Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 117)
- Language
- German
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80 Zum Schluss mögen fünf Studenten der Medizin Erwähnung finden, deren Zugehörigkeit zur Frankfurter Universität durchaus unsicher ist, da sie in den Immatrikulationsverzeichnissen nicht zu finden sind. Mit Bestimmtheit tritt die anderweitig nicht bestätigte Nachricht auf,1) dass auch der Vater des oben genannten am 12. August 1716 immatrikulierten Salomon Fortis, Dr. [Abraham] Isaak Fortis, der berühmte Präsident der Vierländersynode, in Frankfurt studiert habe. ״Zwei Brüder Fortis״ heisst es hier, ״waren Arzte in Lenlberg; Lieberman Levy uud Isaak, der erste studierte in "Padua, der andere in Frankfurt a. d. 0. Beide hatten eine grosse ärztliche Praxis in Lemberg und ganz Reussen entwickelt, was den Zorn der Christ- Hellen Aerzte wider sie erregte. Und so werden sie im Jahre 1710 von den christlichen Ärzten au das Krontribunal belangt datür, dass sie nicht d'«e einfache jüdische Tracht, sondern die ärztliche Maniilette tragen [Castr. leop. Bd. 493, pg. 1302—1304]. Besonders wendete sich der Hass gegen Dr. Isaak, der auch unter dem hochsten Adel seine Patienten hatte. Er war in allen Zweigen der Wissenschaft wohlbeschlagen, war ein tüchtiger Talmudkenner und erteilte rabbinische Approbationen für manch gelehrtes Werk, dabei wusste er auch im Neuen Testamend ausgezeichnet Bescheid. So erzählt uns der Pfarrer von Lezajsk, Pater Radlinski, dass Dr. Isaak einmal in dieser Stadt erkrankte und längere Zeit, zu Bette lag. Da suchte ihn sein Patient, der Woiwode der podolischen Lande, Joseph Potocki, auf und wollte ihn um jeden Preis bek<41ren. Er versprach ihm Güter und Ehrenstellen, wenn er nur seinen Glauben wechsle. Als aber der Versuch ohne Erfolg blieb, da sandte Potocki unseren Gewährsmann (Pater Radlinski), damit er das Werk der Bekehrung versuche. Dieser gab dem Doktor die alte Mache (Machwerk) des Dominikaners Alfonso Bonohomine, ״Tractatus Rabbi Samuelis“, zu lesen, unterhielt sich mit ihm über Themen aus der katholischen Religion und war erstaunt über die Versiertheit des jüdischen Arztes im Neuen Testament und in den Schriften der Kirchenväter; er musste auch bald den Plan der Bekehrung Fortis* aufgeben, was er ungemein bedauert“ [Radlinski, Prawda chrzescianska, Lublin 1783, Einleitung.] l) Balaban, die Judenstadt v. Lublin S. 70.