Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
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46 dass er talmudiscb tüchtig vorgebildet und des lateiuischen bereits damals kundig war. Eine Quelle weiss noch zu melden, dass er auch französisch und ungarisch verstand ״und ein guter Deutscher waru. Seine Wanderjahre führten ihn an die Universität Bützow in Mecklenburg, wo er die materielle Hilfe der dortigen Juden und die Gunst mehrerer Universitätsprofessoren fand. Hier veröffentlichte er 1764 drei Schriften, über rabbinisch erlaubte . und unerlaubte Tiere (Veterum rabbinorum placita de bestiis licitis et illicitis, Bützow 1764, Disputatio), über ״Krankheiten des Alters aus Prediger des Salomon XII, 17־ (Schwerin 1764)״ und über den samaritanischen Pentateuch (Disputatio de Pentateucho Samaritano praes. Tychsen, Buetzovii 1764), studierte zwei Jahre Medizin und hörte Vorlesungen an der philosophischen Fakultät, darunter auch orientalische Sprachen. Am 23. Januar 1766 verteidigte er dort seine Dissertation, eine philologisch-medizinische Disputation über die Fürsorge der alten Hebräer gegenüber den Neugeborenen gemäss Ezechiel XVI, 4, wobei der bekannte Orientalist Tychsen den Opponenten in rabbinischer Sprache machte. Die Promotion erregte grosses Auf־ sehen, denn sie war dort die erste eines Juden. Bei seiner Vereidigung wurde nach dem Beispiel Göttingens auf sein Bekenntnis Rücksicht genommen. Er Hess sich in Alt Strelitz nieder, heiratete dort uud wurde ein gesuchter Arzt. 1766 veröffentlichte er einen Gratulationsbrief zum Geburtstage des dortigen Herzogs (Epistola gratulat. in diem natalem Fr. IV Ducis Megalop. Strelitz, Neubrandenburg 1766). Seines Bleibens war aber in Strelitz nicht lange; Familien- Zerwürfnisse und die Proselytenmacherei Tychsens trieben vihn fort. Letzterer unterrichtete ihn brieflich von dem vermeintlichen Hasse seiner jüdischen Feinde und nennt unter ihnen Aron. Wenn dies Aron Isak sein sollte, der Verfasser einer Selbstbiographie (Stockholm 1897) und Begründer der jüdischen Gemeinde in Stockholm, so hatte dessen Feindschaft ihren Grund in einem Darlehen, das Dr. Markus Moses bei ihm aufgenommen aber nicht zurückerstattet hatte. Tychsen stellt die Sache so dar, als hätte der Doktor mehr Neigung zum Christentum als zum Judentum gehabt, und riet ihm zur Flucht, ״wenn an Leib und Seele er gerettet sein wolle״. Hiervon kann im Ernste keine Rede gewesen sein. Er will wissen, dass Dr. Markus Moses sich nach Breslau gewandt, dort zum Christentum übergetreten sei und dort praktiziert habe. Das ist