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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 84

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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47 aber eine haudgreifliche Lüge. Sowohl Aron Isaks Selbstbiographie als auch die Lissaer Ratsprotokolle berichten übereinstimmend, dass er in Lissa sein Domizil aufgeschlagen und hier lohnende Praxis gefunden habe. Er wird hier 1772, 1784 nnd 1790, natürlich als Jude, genannt. In letztgenanntem Jahre war er Subskribent au! ספר המדות, Berlin 1790. Auch bei Bürgern übte er hier seine Kunst aus. Nicht unerwähnt mag auch noch eine andere Nachricht bleiben, die auf das Gedenkbuch des Beerdigungs-Vereins in Alt- Strelitz zurückgeführt wird, laut deren er am 28. März 1786 daselbst das zeitliche gesegnet hat. In dem Verzeichnisse der Leichensteine des Lissaer jüdischen Friedhofes, das die dortige Gemeinde besitzt, ist der seinige nicht vermerkt. Von den Schicksalen des Sohnes, unseres Frankfurter Studenten, haben wir keinen bestimmten Bericht. Er war offenbar der Namensträger des Presburger Rabbiners. Falls die Vermutung1) berechtigt ist, dass der Grätzer Arzt Dr. Marcus Mosse Enkel und Namensträger des Dr. Markus Mose sei, dann ist unser Frankfurter Müsensohn der Vater des Gräter Arztes, der am 3. August 1808 in Märkisch-Friedland in Westpreussen geboren und in Grätz am 10. November 1865 gestorben ist. Am 12. Juni 1783 wurde Salomo Aron Kirchheim bei der medizinischen Fakultät inskribiert, als dessen Vater Aron Kirchheim, und als dessen Heimat Berlin angegeben wird. In der Liste der Berliner Schutzjuden vom Jahre 1750 wird unter Nr. 44 Salomon Aaron und unter Nr. 77 Aaron Salomon, jedoch ohne Familiennamen, genannt. Ob hier der Vater und Grossvater des Studenten gemeint sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Name Kirchheim findet sich im siebzehnten Jahrhundert in Frankfurt am Main und wird auf Kirchheim in der Pfalz zurückgeführt, im achtzehnten Jahrhundert in Halberstadt, und im siebzehnten, achtzehnten und neunzehnten in Worms2). 1) Am 25. 8. 1911 schrieb mir Herr Prof. D. Simonsen-Oopenhagen: ״Der Grätzer Dr. Mosse könnte sowohl nach Namen als der Chronologie wegen ein Enkel des Mecklenburgers sein, weshalb ich eben die Hypothese aalgestellt habe.“ Eine Anfrage bei dem Sohne des Grätzers, Verleger Rudolf Mosse- Berlin, blieb ergebnislos. Zu Dr. Mosse s. Jew. Enc. IV 96, Heppner-Herzberg, Aus Verg. u. Gegenw. der Jud. u. der jüd. Gemeinden in den Posener Landen, S. 423 f., wo auch sein Bildnis. Tychsen s. noch Granwald, Mitt. XII 71. 2) Univ.-Matr. II 494, Freund, Die Emani? der Jud. in Preuss., II 561., Zeitschr, f. d. Gesch. d. Jud. in Deutschi. III 134, Auerbach, Gesch. d. isr.

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