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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 77

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 77)
Language
German
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gewiss auf ein besonderes Ereignis bindeutet. Wie wir in den letzten Abschnitten gesagt haben, wurde R. Meir aus Rothenburg vom Kaiser Rudolf zum ersten offiziellen Grossrabbiner des deutschen Reiches ernannt. Die offiziellen Rabbiner wurden aber in den nichtjüdischen Kreisen ״Judenmeister“ oder ״Hochmeister“ tituliert1). In den christlichen Urkunden hiessen sie auch ״Magister“, ״antistes‘\ ,,episcopus“ und ״episcopus judaeorum“. Die von den christlichen Behörden den Rabbinern verliehenen Ehrentitel wurden von den Juden, obwohl sie mit dem hierdurch ihren Gelehrten aufgezwungenen Amte nicht zufrieden waren, mit Wohlwollen aufgenommen. Der Volksmund hat sie hebraisiert und ähnlich lautend, wie auch gleichbedeutend mit •״Morenu“2), magister, übersetzt. Ursprünglich wurde vermutlich nur derjenige, welcher von der Regierung mit diesem Titel dekoriert wurde, — wie R. Meir aus Rothenburg —, als Moreuu bezeichnet, später aber wurde mit diesem Titel jeder Thoragelehrte benannt. Auch der Gaontitel ־ J. Berlin haben offenbar übersehen, dass auch unsere Midraschim (Tanchuma קךךן und Rabba daselbst Cap. 18 und Midrasch חזית Sehir ha-schirim) 60, Traktate zählen: ששים המה מלכות אלו ששים מסכתות. vgi. Hildesheimer die vatikanische Handschrift der Halachoth Gedoloth, Beilage zum Jahresbericht des Rabb.-Sem., Berlin 1885/6, S. 28, Anm. 14, und seine Randglossen zu Halachoth Gedoloth, Berlin 1888, S. 617, Anm. 18 und 18 a; vgl. ferner שן-ו לחמר m. 11מערכת הגימ״ל ,סי, כ״ה ,גאון ל. Die Tradition des Tischbi, dass man bei demjenigen, der Gaon genannt wurde, die Vertrautheit mit sämtlichen Traktaten des Talmuds vorausgesetzt habe, findet ihre Bestätigung in einem Berichte des Abrabanel namens der Gaonim. Abrabanel (ל^ ל6 לנחלת אבות s. v. רע) erzählt, dass zurzeit der Geonim die Chaehamwurde nur an solche, die in den drei Ordnungen des Talmuds: Moed, Naschim und Nesikin gut beschlagen waren, verliehen wurde. Den Rabbititel erhielten solche, welche ausserdem noch die Ordnung Kadaschim beherrschten. Um Gaon genannt zu werden, musste der Kandidat in allen sechs Ordnungen d(s Talmuds gut bewandert sein. וכתבו הגאונים שבאלו הזמנים הבקי בתלתא סדרי מועד נזיקין ונשים נקרא חכם, ועם אלו הבקי עוד בסדר קדשים נקרא רבי, ועם אלו הבקי עור בזרעים וטהרות נקרא גאון. י ■ Wahrscheinlich musste auch mit dieser Titelverleihung ein gewisses Examen verbunden gewesen sein. l) Vgl. Graetz, Geschichte, Bd. 82, 8. 102ff.; Giidemann, MGWJ 1864, S. 102, und oben S. 33. *) Vgl. oben S. 9 und daselbst Note 4 und S. 13,

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