Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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31 Joseph ihn Migasch1), der behauptet, dass für die zu Entscheidungen Berufenen die blosse Kenntnis von Dinim und Bewandertheit in den Entscheidungen Früherer gefordert, ja in gewissem Sinne — als ein Vorzug gegenüber dem in der Diskussion des Talmuds angeblich ^Erfahrenen angesehen werden darf. Ganz anderer Meinung aber scheinen R. Jesaja Astruc und dessen Meister R. Meir Halevy gewesen zu sein, deren Ansicht spätere Dezisoren, wie R. Jakob Weil2) und R. Moses Sofer3) teilen. R. Jesaja Astruc in Savoyen aber wusste wahrscheinlich besser als der bescheidene Ribasch in Kastilien, wie es mit den gelehrten Rabbinern in Frankreich bestellt war und erklärte, wie bereits erwähnt, alle die von den Schülern des R. Joehanan vollzogenen Trauungen, Cbalizaakte und Ehescheidungen für ungültig. Er konnte vermutlich bei diesen Schülern nicht die Vertrautheit mit den hierauf bezüglichen Gesetzesvorschriften voraussetzen. Dies war, u. E., der eine Grund seines Kampfes, der keineswegs unberechtigt war und mehr einen exoterischen Charakter hatte. Der zweite und mehr esoterische Grund seines Kampfes war der von R. Tarn und seinen Genossen verhängte Bann über diejfcnigen, welche irgend ein religiöses Amt aus der Hand einer ausserjüdischen Behörde annehmen. Aus leicht begreiflichen Gründen konnte R. Jesaja nicht deutlich sagen, dass er gegen die von R. Joehanan, resp. von der Regierung eingesetzten ״Seelsorger“ kämpfe. Er griff daher nach einem andern Mittel. Kraft der von seinem Lehrer und Meister R. Meir Halevy, der eines Weltrufes sich erfreute, erhaltenen Machtbefugnis tat er kund, dass in ganz Frankreich Trauungen, Ehescheidungen etc. nur von denjenigen Rabbinern Gültigkeit haben, die von ihm hierzu ordiniert sind. Allerdings gab er sich hiermit den Anschein, als ob er sich zum jüdischen Primaten aufspielen wollte. Allein die mit den Verhältnissen ver- *) Rga. Nr. 114. a) Rga. Nr. 150, u. a. m. a) Rga. Chatham Sopher, Eben Haeser II, Nr. 84, der sagt: ואותן המסדרים נימין עפ״י סדר הניטין הגיפס'לפניהם כמו שמסדרים סדר ההנדה בליל פסח מרבים ממזרים בישראל כי הסדר הזה טוב ויפה ותיקון גדול למי שלמד ש״ס ופוסקים ראשונים ואחרונים ושמש רבותיו ושוב טוב לו הסדר הזה להזכירו, אבל לסדר עפ״י אותו הסדר הם קשים לעולם יותר מדור המבול ובו‘.