Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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19 sprechen: ״Man sollte glauben“, sagt er, ״dass die französischen Juden sich um eine solche Anmassung, die im Namen eines auswärtigen Rabbiners geführt wurde, der mit ihrer religiösen Ordnung in keiner Art von Verbindung stand, wenig bekümmerten, dies war nicht der Fall. Der Einfluss R. Meir Halevys war so mächtig, dass sich alle Gewissen durch seinen Bannspruch aufs höchste beunruhigt fühlten, was die verderblichste Unordnung zur Folge hatte. Um derselben ein Ende zu machen, wandte sich R. Joehanan an die spanischen Rabbiner, an R. Isaac ben Schescheth und R Chisdai Crescas. Beide wiesen das Vorhaben des R. Jesajas entschieden zurück, und unterstützten mit ihrer ganzen Autorität R. Joehanan in seinem Amte. Da es sich wahrscheinlich auch bald erwies, dass die Semicha von R. Meir Halevy den Charakter nicht habe, welchen ihr Jesajas beilegte, und dass alles sein eigenes Werk war, 8d musste er zurücktreten, und R. Joehanan blieb ruhig in seinem Amte“. ״Die neue Semicha jedoch wurde in Frankreich durch R. Jociianan selbst eingeführt, wenn man R. Moses Botarel Glauben beimesseu kann. Dieser spanische. Gelehrte schreibt nämlich an einen seiner Schüler, dass er Unrecht habe, sich über den hoben Preis für die Semicha, den er erteilt habe, zu beklagen. R. Joehanan ben Mathatha in Paris Hesse sich ganz anders für eine erteilte Semicha bezahlen. So weit Botarel in einer Handschrift, die ich bei dem bekannten Buchhändler Elieser Aschkenasi vor einigen Jahren sah, und die er nach Oxford oder Frankreich zu verkaufen dachte. Ist dies wahr, so haben beide Rabbinen ein sehr unedles Geschäft mit der neuen Semicha gemacht und das Werk R. Meir Halevys sehr missbraucht — — — “ 1). Zu dieser Ausführung haben wir folgendes zu bemerken: 1. Die französischen Juden wie auch die Rabbiner in Frankreich haben sich, wie wir bald sehen werden2), sehr wenig oder gar nicht um den Streit ihres Oberrabbiners bekümmert. R. Jochanan musste deshalb die katatonischen Rabbiner um Hilfe anrufen. 2. R. Jochanans Schreiben an Crescas ist uns nur aus der Responsensammiung des Ribasch bekannt. Ob aber auch Chisdai 1) ״Ben Chananja“, Bd. 9, 1866, S. 159. 2) Vgl. unten S. 28, 29 und besonders S. 31. 2•