Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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17 Gastfreund weiss sogar über uasern R. Meir Halevy, über den die Geschichtsquellen 80 spärlich fliessen und wenig Positives mitteilen, noch vieles zu berichten. Carmoly äussert nämlich gelegentlieh1 2 3) den Wunsch, eine geübte Feder möge all die Bescheide und Erklärungen des R. Meir Halevy, sowohl die, welche sich in handschriftlichen als auch in gedruckten Werken befinden, sammeln« Sie würden, meint Carmoly. ein schönes Bild von den Bestrebungen und dem Charakter des edlen Rabbiners in Wien geben. Diese ״geübte Feder“ glaubt nun Gastfreund zu besitzen und zitiert nicht weniger als zwanzig Bescheide und Erklärungen des R. Meir Halevy, die dieser vermutlich selbst niedergeschrieben habe, und weitere einundzwanzig Bescheide und Erklärungen des R. M. H., wobei aber unentschieden sei, ob sie sich auf mündliche oder schriftliche Aussprüche des Meisters beziehen*). In der Tat eine fieissige Sammelarbeit! All diese Bescheide und Erklärungen sind bei Ascheri angeführt. Wie merkwürdig! Ascher ben Jecbiel. der 1327 starb, zitiert Aussprüche und Erklärungen des R. Meir Halevy aus Wien, der nach allen Historio- und Bibliographen erst im Jahre 1318 das Licht der Welt erblickt hatte! All die von Gastfreund zitierten Stellen werden wohl bei Ascheri im Namen des .דפדד angeführt, der aber keineswegs mit R. Meir Halevy aus Wien, sondern mit R. Meir ben Todros Halevy Abulafia (1180—1244) aus Toledo zu identifizieren ist. — Kein •Wunder nun, wenn der Historiker Gastfreund sagt*): ״R. Meir aus Rothenburg war bekanntlich ein Schüler des R. Meir Halevy״(!) Wolfs Kombination, R. Meir Halevys Anordnung mit der Gründung der Wiener Universität in Zusammenhang zu bringen, beruht auf der falschen Voraussetzung, dass R. Meir Halevy bereits im Jahre 1365 Rabbiner in Wien gewesen sei, wofür aber wir gar keinen historischen Beleg finden. In der von Carmoly in ״Ben Chananja4 ״) mitgeteilten und auch von Graetz5) zitierten Randglossse zu dem im Jahre 1382 geschriebenen Mordecbai (Codex Gold- *) ״Ben Chananja* 1866, S. 159. 2) Gastfreund, a. a. 0., S. 25 3) Daselbst S. 30. *) 1865, Bd. 8, S. 913. 5) Geschichte 4, Bd. 8, S. 10, Fussnote 2. Jahrbuch der J L. G. XVI. 2