Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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16 nichts hielt, als für eine Nachahmung der Doctorpromotion auf den Universitäten״. Nun verwickelt sich Gastfreund bewusst oder unbewusst in einen Widerspruch, indem er sagt: * *Da nun R. David Gans und B. Isaac Abravanel ausdrücklich betonen, dass die Semicha nur bei den *Deutschen״ erneuert wurde, so darf es durchaus nicht Wunder nehmen, dass die in Paris aufgefundene Grabschrift die Erteilung ier Semicha noch aus •dem 13. Jahrhundert beweist (vgl. Philoene Luzzato, Notice sur quelques inscriptions hebraiques du XIII. Siede, p. 6)״. — Gastfreund, der ganz Güderaann folgt, glaubt, dass die von dem Wiener Rabbiner erteilte Autorisation deswegen bei den französischen und sephardischen Gelehrten Widerstand erregte, weil sie von einem ״deutschen״ Gelehrten herrührte. Als R. Jesaja b. Abba Mari den Oberrabbiner von Frankreich, R. Jochanan, von seinem Amte verdrängen wollte, sagt Gastfreund1), fand R. Jochanan bei den sephardischen Gelehrten ״kräftige Unterstützung, die vereint gegen den deutschen Gelehrten, den Oberrabbiner in Wien, Einsprache erhoben hatten״. Um seine Behauptung zu bestätigen, will Gastfreund eine Parallele bei Salomon Lurja gefunden haben, die besagt, dass Lurja, der in Polen lebte, es ausdrücklich betone, dass er im Begriffe sei, die Blosse der Deutschen aufzudecken2). Um eine Kluft zwischen Ost und West auch für die damalige Zeit selbst unter Gelehrten künstlich zu konstruieren, wird das Entfernteste bei den Haaren herbeigezogen. Wer das Rechtsgutachten, das Gastfreund als Beweis für seine Behauptung dienen sollte, eingehend studiert, sieht, dass Lurja hier nicht im Entferntesten an einen Unterschied zwischen ״polnischen“ und ״deutschen“ Gelehrten gedacht hatte. Lurja war ja selber ein deutscher Jude, seine Wiege stand in Worms, und er war stolz auf seine deutsche Abstammung3). *) Daselbst S. 25. *) Saiomon Lurja, Rga. Nr. 72: באמצע התשובה: ״ועכשיו אני אגלה את קלון האשכנזים", וכו' s) Vgl. daselbst, ed. Fürth 1767, Rückseite des Titelblattes. Lurja beginnt mit den Worten: והנה כאשר הייתי בקיץ שמ“ג בארץ מולדתי בק״ק ״ דוירמישא לדרוש בשלום א״א יצו. ובו‘nd R■ Jesaja b. Abba Mari, der Gegner des R. Jochanan, war kein deutscher Jude; er stammte aus Savoyen (vgl. oben S. 2, Note 1).