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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 49

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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ti ״die Ernennungsbefugnis den Gemeinden zusteif, indem das Juden tum keinen ordinierten Klerus hat.... Erst in späterer Zeit erfolgte eine solche Promotion durch einen anerkannten Rabbiner. Der -solchergestalt Promovierte erhielt den Titel ״Morenu“ (doctor noster), wurde mit demselben zur Thoralection aufgerufen, und hatte hier- ‘durch die Berechtigung erlangt, in gesetzlichen Fallen zu ent- :scheiden etc.“ Aus Kunz’ obiger Darlegung geht nicht klar hervor, wann diese ‘Einrichtung getroffen wurde. Er sagt nur, dass das Bedürfnis *1diesen Gebrauch in Frankreich und in Deutschland seit etwa 1360 ז allmählich festgesetzt habe, und bezieht sich hiermit auf Isaak ben ISchescheth' Rga. Nr. 272, wo R. Jochanan ben Matatia sich בן מורנו הרב ר‘ unterschreibt1). M. a. W. Dieser Titel, wie auch die bSemicha, waren schon früher vereinzelt' im Gebrauche, wurden aber ex&t seit etwa 1360 allgemein festgesetzt. Wenn daher Zunz2) den (tF «Jahre früher verstorbenen R. Meir aus Rothenburg ausdrücklich m1;f »der Abkürzung מהדם erwähnt, so können wir, entgegen der Ansicht von J. Fränkel3), hierin keinen Widerspruch finden. 4״ Jost4) lässt den Morenutitel erst um das Jahr 1420 im Eisass: oder in den Rheinstädten entstehen. Allein zahlreiche Dokumente!bezeugen, dass in diesen Gegenden der Morenutitel schon früher 1verbreitet war5). 5. J. Fränkel6) glaubt, dass R. Isaak ben Moses aus Wien (um 1250), Verfasser des Or Sarua, als Begründer dieses Titels zu bezeichnen sei, weil sein Schüler R. Meir aus Rothenburg stets unter der Chiffre מורנו הרב ר מאיר מהדם vorkomme. Zu seiner Behauptung fügt er noch folgende Ergänzung hinzu: Die bei den westeuropäischen Juden sehr gewöhnliche Bezeichnung des Rabbiners ״Chacham״ stimmt mehr mit ״Doctor״ überein, während aber ״Morenu״ mehr dem Titel ״Magister״ entspricht. Ferner, dieser letztere weit passendere Titel war für Theologen und Philologen ף Zur Gesch. u. Lit., S. 186, Note b. ף A. a. 0., S. 40. 3) A. a. 0. S. 168, Note 1. 4) Geschichte, Bd. II, S. 352. ף Vgl. oben, S. 4, Note 1. «) A. a. 0., S. 162.

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