Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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3 Was aber von Auerbach auf Grund der Rga. des Ribascb nur als Vermutung ausgesprochen wurde1), haben spätere Gescbichtsforscher als eine feststehende Tatsache hingestellt; sie wussten sogar die Gründe hierfür anzugeben, weshalb R. Meir diese neue Anordnung getroffen habe2). Veranlasst nun durch Auerbachs Behauptung haben, m. E., Graetz, Güdemann u. a. m. den wahren Inhalt der über diesen Streit handelnden Responsen des Ribasch missverstanden und hiermit besonders den Savoyer Gelehrten, R. Jesaja b. Abba Mari Astruc, in ein sehr schiefes Licht gestellt3). Die vorliegende Abhandlung will hauptsächlich Auerbachs Hypothese einer Überprüfung unterziehen und in diesem Zusammenhang einige rabbinische Anordnungen und Streitfragen im Mittelalter historisch näher untersuchen. I. Kapitel. Die Auerbachische Hypothese Uber die Ursache des Streites um das Grossrabbinat in Frankreich. 1. Allgemeines über den rabbinisehen Titel: ״Morenu-horab“. Zwecks eines bessern Verständnisses unseres Themas wollen wir zunächst von dem rabbinisehen Titel מוהר״ך im allgemeinen sprechen. Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts wurden unsere grössten Autoritäten mit dem Titel Rabbi oder Rabbenu benannt. Die älteren Autoritäten werden in unserer Literatur stets mit dem vorangegangenen ״Rabbi“ angeführt, so in Abbrevaturen: ,רש״י ראבי״ה, ראב״ן, ריב״ם, רשב״ם u. a m. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, in der Blütezeit des R. Meir aus Rothenburg und seiner Schüler, taucht plötzlich der rabbinische *Btel מודו״ר auf, und unsere Grossen wurden von nun an mit dem vorangestellten ״Morennu tituliert, so z. B. מהדם, מהדש, מהוי״ל u. a. m. Zunächst führten diesen Titel R. Meir aus Rothenburg und seine Schüler4), dann ף Auerbach, a. a. 0., sagt ausdrücklich: ,ומסתבר שמהר״ם הלוו ״ ״ חדשה ובו' »es ist ׳anzanehmen, dass R. Meir Halevy aus Wien sie (die Ordination) erneuert habe, usw.“ *) Vgl. unten S. 13 ff. *) Vgl. u. a. auch Gross, a. a. O. p. 534, und unten S. 19. 4) Vgl. u. a. auch Auerbach, a. a. 0. 1•