Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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2 Savoyen1). Von hier aus erhob er den .Anspruch, dass in Zukunft ohne seine Erlaubnis kein Rabbiner in Nordfrankreich das Recht haben solle, rituelle Funktionen, wie Trauungen, Ehescheidungen u. dgl., auszuüben und öffentlich zu lehren. Diese Machtbefugnis wollte er von seinem Lehrer R. Meir Halevy, Rabbiner in Wien, erhalten haben. R. Jochanan fühlte sich hierdurch gekränkt und suchte Schutz gegen den jüdischeu ״Primaten״ bei den catalonischen Rabbinern und insbesondere bei R. Isaak b. Schescheth (Ribasch). In seinem Schreiben beschuldigte R. Jochanan seinen Nebenbuhler der hierarchischen Anmassung, der Streitsucht und des schimpflichsten Eigennutzes. Ribasch sprach sich zu Gunsten des R. Jochanan aus, doch scheinen erst die am Ende des 14. Jahrhunderts stattgehabten Verfolgungen der Juden in Frankreich* diesem Streite ein Ende gesetzt zu haben2). Uber die Ursache dieses Streites sind wir im Dunkeln. B. H. Auerbach glaubt dieselbe gefunden zu haben. Er behauptet nämlich3), R. Meir b. Baruch Halevy habe die Verordnung erlassen, dass kein Talmudjünger rabbinische Funktionen ausüben dürfe, ohne vorher von einem bewährten Rabbiner dazu ermächtigt worden zu sein; R. Meir habe also die rabbinische Ordination erneuert und den Morenutitel מוהדר eingeführt. Gegen die Verordnung des Oberrabbiners von Wien musste sich also der Oberrabbiner von Frankreich vergangen haben. — ג) Ribasch, Rga. Nr. 271, bezeugt, dass R. Jesaja aus ־^;ןיו״אSavoyen, wo damals zahlreiche Juden sich auf hielten, stamme, und gibt dessen Wohnort בריש״א an (Rga• Nr. 270), das von Brüll (Jahrbücher für jüdische Gesch. u. Lit., Bd. 1, S. 95) mit Brescia in Italien und von Gross (a. a. 0., p. 130) mit Br esse an der Grenze Savoyens in der Frauche-Comtä, Depart. de PAin, wo Juden seit 122.0 in nicht geringer Zahl, darunter auch viele Gelehrte lebten (vgl. meine Nachträge zur Abhandlung über den ״Zürcher Stmak“ im Jahrb. der JLG, Bd. XII, S. 327), identifiziert wird. — — Einige Bibliographen behaupten, dass R. Jesaja Verfasser des תניא sei (vgl. Konforti, לקורא הדורות ed. Cassel, p. 21 a 11. b. u. Anm. 1, wie auch Asulai, ש□ הגדולים׳ מערכת ׳ספרים׳ אות ת,׳ ל eü* Benjakob, p. 74 b, Ch. N. Dembizer, Randbemerkungen za dessen Ausgabe des לראבי“ה Krakau 1882, S. 43 b, N. 146, Anm. 25, besonders aber S. Bubers Einleitung zu seiner Ausgabe des ׳שבלי הלקט Wilna 1886, S. 24 ff. 2) Vgl. Graetz’ Geschichte, a. a. 0. 8. 35/36. *) ברית אברהם s. 6׳ Fussnote.