Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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R. Meir Halevy aus Wien und der Streit um das Grossrabbinat in Frankreich. Eine Studie über rabbinische Streitfragen im Mittelalter. Von Rabbiner Dr. Ch. Lauer, Biel. Einleitung. R. Matathia, eia Mann von grosser Gelehrsamkeit, ist um die Mitte des 14. Jahrhunderts aus der Provence in Paris eingewandert und dort zum Oberrabbiner von ganz Frankreich ernannt worden. Diese Würde erhielt er aus der Hand Karl V., bei dem er wohl gelitten war, wurde aber auch, wie den Kesponsen des Ribasch Nr. 268—70 zu entnehmen ist, von den Gemeinden des Landes bereitwillig anerkannt. Als er starb, folgte ihm sein Sohn R. Jochanan im Amte, der ebenfalls von der Regierung die Würde eines Oberrabbiners erhielt. Im Jahre 1390 *) entstand ein Konflikt zwischen R. Jochanan und R. Jesaja Astruc b. Abbamari, dem Schüler des R. Matathia und des R. Meir Halevy. R. Jesaja war Rabbiner in *) Diese Jahreszahl kann wie folgt festgestellt werden: Naeh Gross (Gallia Judaica, p. 532) starb der Oberrabbiner von Paris, R. Matathia b. Josef, im Jahre 1385. Erst nachdem dessen Sohn und Nachfolger R. Jochanan bereits fünf Jahre im Amte gewesen war, brach der Streit zwischen diesem und R. Jesaja Astruc aus (vgl. Graetz, Gesch. Bd. VIII2, S. 37). Die auf diesen Streit sich beziehenden Responsen des Ribasch (Nr. 268—70) sind vor 1391, d.h. vor der ersten Judenverfolgung in Spanien erlassen. Somit ist die Jahreszahl 1390 als Datum dieses Streites gegeben. — Auch hieraus ist zu ersehen, dass Zakuto’s Notiz: dass Chasdai Crescas, der bei diesem Streite gemeinsam mit Ribasch als Schiedsrichter fungierte, 1380 gestorben sei, falsch ist (vgl. hierüber M. Joel, Don Chasdai Crescas religionsphilosophische Lehren, S. 82, und Graetz’ Gesch. Bd. VIIP, Note 2, S. 403). Jahrbuch der J. L. G. XVI. 1