Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 266

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 266)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3486266-3486287--6049-3492422
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

263 angegeben, die uns hier aber nicht interessieren. Allerdings lässt sich auf Grand des spärlichen Quellenmaterials nichts Sicheres angeben. Ob dieser Brauch, nach jeder Thoravorlesung an Sabbathen, Fest und Fasttagen ein zu dem betr. Thoraabschnitt passendes Stück aus den Propheten mit der vorgeschriebenen Accentuation vorzntragen, ein Brauch, welcher sich seit damals bis aui den heutigen Tag erhalten hat, nicht schon aus älteren Zeiten stammt, kann nur als Vermutung ausgesprochen werden1). Aber selbst wenn die Einiührung der Haphtaroth’ sehr späten Datums ist, so bleibt doch folgendes bestehen: 1) die Thora Vorlesungen an bestimmten Tagen rühren aus uralten Zeiten her, 2) die Propheten haben die in ihren Büchern niedergeschriebenen Beden zum Zwecke der Ermahnung an das Volk gerichtet. Aus diesen beiden Gründen können wir, wie wir später in § IX sehen werden, diese Kategorie der euphemistischen Q. unter allen übrigen Q. K. einreihen. Dass die Vorschriften für die euphemistischen Q. nicht schon in der Misclina aufgezählt werden, beweist garnichts gegen ihr Alter. Man kann sogar im Gegenteil gerade auf Grund der Mischna einen Beweis für ihr Alter bringen, bezw. man kann auf Grund einer Vorschrift, welche in der Mischna erwähnt wird, mit unzweifelhafter Bestimmtheit voraussetzen, dass zur Zeit der Abfassung der Mischna dieselben wohl bekannt gewesen sein müssen, ln Megilla 4. 9 heisst es: המכנה בעריות משתקין אותו, wer heim Vorlesen der Thora die Stellen, welche von der Blutschande sprechen, umschreibt, den heisst man schweigen. Hiernach ist also mit Bestimmtheit anznnehmen, dass diese Verhaltungsmassregel gegeben worden war, nachdem entsprechend den Umschreibungen bei den euphemistischen Q. dieser Gebrauch fälschlicher Weise — weil nicht vorgeschrieben — ג) Dafür spricht das hohe Alter der Accentuation, wie dies von den meisten jüdischen, aber auch einigen christlichen Gelehrten angenommen wird: Machsor Vitry (ed. Hurwitz S. 91); Güsari III. 31 und Muscato z. St. in seinem Kommentar Kol Jehuda (s. auch Cassels Anm.); Daran in Maase Efod; Abarbanel in der Vorrede zu Nachalath Aboth; Jakob ben Chajim in der Vorrede zu seiner Bibelausgabe; Arckwälti, Arugath ha־Bosem c. 26; Bin]an Schelomo; Si. Lat.; ferner Reuchlin, Cabbala Jib. 3; Tychsen in Repert. für biblische und morgenländische Literatur III, S. 202); Heidenheim in seinem Pentateuchcommentar zü Nüm. 16, 20; Robertson, dissertatio de gennina punctorum hebraeorum antiquitate (Edinburgh 1770).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.