Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 265)
- Language
- German
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262 Ordnung als solche weiter zurückliege. Wenn auch mit diese!* Lösung die Schwierigkeit behoben ist, so ist doch noch ein Widersprucb in den Berichten: Während in Baba kamma zugegeben wird, dass der Gottesdienst am Montag und Donnerstag schon in Moses' Zeiten durch die Thoravorlesung bereichert wurde, ist aus dem Bericht im jer. Talmud ersichtlich, dass dies durch Esra geschehen sei. Magen Abraham 135 interpretiert die Ansicht von R. Isak Alfasi in dem Sinne, als dieser nur gemeint habe, dass Esra die Zahl der Aufzurufenden festgesetzt habe. (s. 1. c., ferner Maimonides, Jad ha-chasaka Halacboth Tefilla 12. 1; Tosaphoth Berachoth 13 a, R. Nissim zu Megilla 4.1, Tur Orach Chajim 135 und die Erklärer daselbst). Wenn man den Bericht bei Alfasi genau verfolgt, wird man durch seine Hinzufügung des Wortes שלשה die Richtigkeit der Lösung anerkennen müssen. Wie es sich auch immer mit den Vorlesungen an jenen Tagen verhalten mag, so steht doch fest, dass regelmässige Thoravorlesungen schon zu Moses' Zeiten vorhanden waren, welche festgesetzt und später im Laufe der Zeit zu einer feststehenden, scharf umgrenzten Norm erhoben wurden. Der prophetischen Abschnitte (הפטרות), welche beim öffentlichen Gottesdienste zum Vortrag kommen, wird auch in der Mischna Megilla 4. 1, Mas. Sof. 11 Erwähnung getan. Doch findet sich nirgends im nach biblischen Schrifttum eine Notiz darüber, in welche Zeit der Beginn der HaphtaraVorlesung fällt. Erst ein Gelehrter^ des 14. Jahrhunderts, R. David ben Joseph Abudraham, und später R. Mordechai Jaffe in seinem Kommentar zu Orach Chajim (לבוש), führen ihren Ursprung auf die vormakkabäische Zeit zurück, in welcher die gottesdienstliche Vorlesung aus dem Pentateuch infolge der syrischen Religionsverfolgungsedikte verboten worden war und an deren Stelle nur ein passendes Stück aus den Propheten vorgetragen wurde. Es werden von neueren jüdischen und Christliehen Gelehrten1), welche anscheinend aus der Entstehungszeit nähere Mitteilung haben wollen, andere, wenig stichhaltige Gründe 1) Vitringa, Archisynagogus, S. 112; Fürst, Kanon, S. 51; Frankel, Voretiidien S. 50; Adier in Frankels Monatsschrift 1862; de Wette, Einleituag, Seite 119; Venetinner, Ursprung und Bedeutung der Propheten Lektionen in Z. D. M. G. 63 4909), S. 104 ff.