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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 264

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 264)
Language
German
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261 traditionelle Überlieferung sind. Wenn wir uns aber mit Rommershausen fragen, wer diese euphemistischen Q/s ei «geführt bat, so müssen wir zunächst auf den geschichtlichen Ursprung der Thoravorlesung und der Vorlesung aus den prophetischen Büchern etwas näher eingehen. v Zunächst einiges über die Vorlesungen aus dem Fentateneh. Ein ausdrückliches Gebot für die öffentliche Thoravorlesung ist im Pentateuch nur Deut. 38. 11 für das Laubhüttenfest des 7. Jahres zu finden, wo aus dem Deuteronomium in einer hierzu einbernfenen grossen Versammlung vorgelesen werden musste. Für sonstige regelmässig abzuhaltende Thora Vorlesungen ist in den hibl. Büchern kein ausdrückliches Gebot verzeichnet. Der Talmud führt die heutige Einrichtung auf uralte Zeiten zurück. Aus der Misehna Megilla 4. 2 hören wir die Vorschriften über die Zahl der zur Thora zu rufenden Personen (am Sabbath 7, am Versöhnungstag 6, an Festtagen 5, an Neumonds- und den Zwischenfeiertagen 4, am Sabbath zum Nachmittagsgebet und am Montag und Donnerstag zum Frühgottesdienst je 3). Der jer. Talmud Megilla 4. 1 (dieselbe Stelle ist in Mas. Sof. 10.1) führt die Einrichtung des Thoravorlesens an den Sabbathen, Fest-, Neumonds- und Zwischenfeiertagen auf Moses zurück. משה התקין את ישראל שירדו קורין בתורה בשבתות ובימים טובים ובראשי חדשים ובחולו של מועד. Im Talmud (i. c.) und in Mas. Sof. 10.2 lautet eine andere Nachricht wie folgt 8 ,עזרא תיקן להם לישראל שיהו קורין בתורה בשני ובחמשי ובשבת במנחה, Esra habe die Thora Vorlesung am Montag, Donnerstag und am Sabbath zum Nachmittagsgottesdienst angeordnet. R. Isak Alfasi (8רי׳ן) bringt in seinen Halachoth zu Megilla 4. 1 beide Aussprüche, nur dass er im zweiten das Wort שלשה nach שיהו קורין einfügt. Mit diesen Berichten scheint eine Erzählung im bab. Talmud Baba kama 82a im Widerspruch zu stehen: ביק שהלבו שלשה ימים בלא תורה נלאו, עמדו הנביאים שבטיהם ותיקנו להם שיחו קורין בשבת ומפסיקין באחד בשבת, וקורין בשני ומפסיקין שלישי ורביעי, וקורין בחמשי ומפסיקין בערב שבת כדי שלא ילינו נ׳ ימים בלא תורה, aus welcher anscheinend doch ersiehtlieh ist, dass die Thoravorlesungen an diesen Tagen bereits zu Moses’ Zeiten entstanden seien. Der Talmud (1. c.) löst die Sehwierigkeit in der Weise, dass er uns mitteilt, Esra habe nur die Zahl der zur Vorlesung zu rufenden bezw. die Anzahl der Verse, welche ein jeder vorzulesen hatte, festgesetzt, während die Zeit der An-

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