Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
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247 § IV. Qeri welo Kethib, Kethib welo Qeri. Zwei Klassen von Q. K. werden im Talmud (Ne dar im 37 b) ausdrücklich hervorgehoben. Der Talmud nennt sie קריץ ולא כתיבן und כתיבן ולא קריין. Das sind Wörter, welche nach der Textlesart nicht geschrieben werden, aber gelesen werden müssen und umgekehrt. Im ersteren Fall stehen die Punkte, die das nach dem Q. zu lesende Wort verlangt, im Text in der Reihe der Vokalbuchstaben in einem für sie leer gelassenen Raum, und am Rande ist mit dem Wort קרי oder abgekürzt ק׳ das betreffende Wort zugeschrieben. Beim K. w. Q. steht das in Frage stehende Wort im Text, aber ohne die Vokalbuchstaben, und am Rand ist vermerkt: לא קרי oder ,לא ק. Wenn bei dem Q. w. K. durch das ein geschobene Wort die Vokale des vorhergehenden Wortes anders lauten mussten, als wenn das eingeschobene Wort nicht gelesen würde, also dass dadurch z. B. ein stat. constr. entstand, so schrieb man tatsächlich die nach dem Q. passenden Vokale zum vorhergehenden Wort. In 2. Sam. 8.3 müsste es nach dem K. heissen: בנהר, in Wirklichkeit steht aber בנהר. Die Masora zu Ruth 3. \2 zählt die acht Stellen auf. wo K. w. Q. zu finden ist* 1), welche hier im Zusammen hang mit dem Wortlaut der einzelnen Verse aufgezählt seien, wobei ich das K. w. Q. durch grösseren Druck hervorhebe: Angabe die richtige sei, und so schrieb er willkürlich eines in den Text, das andere an den Ka״d;ולפעמים היניה האנית בפנים והשקר בחוץ ולפמים להפך» manchmal setzte er das Richtige in den Text und das Falsche an den Rand und manchmal umgekehrt. Aus diesem letzten Satz will Semler (S.39 Anm.41) folgern, Levita sei der Ansicht, dass das Q. die richtige Lesart sei. Abgesehen davon, dass dies nicht in Levita’s Worten liegt, würde sich dies auch ganz und gar nicht mit seiner Ansicht über die Q. K. (s. § VIII) vertragen. l) Ebenso in Mas. Sof. 6, 9. Dieselben Erklärungen, welche leb weiter unten im Namen der Dikd. Hat. zitiere, finden sich auch in den Reisebeschreibungen von Saphir (Eben Saphir, 2. TI., Mainz 1874) und in Jellinek’s Beth ha-Midrasch, 5. T. (Wien 1878). Der Talmud Nedarhn 37.38 erwähnt folgende K. w. Q.; 2. Kön. 5.18, Jer. 51. 3, Ez. 48. 16, Ruth 3.12 und als 5.: זאת דהמצוה* 11. Nissim uud Tosaphoth z. St. schreiben, die Überlieferung verweise diese Stelle in Seder waethchanan, also Deut, fi, 1, bemerken aber gleichzeitig, dass sie es nicht gefunden hätten. Müller in seiner kritischen •Ausgabe von Mas. Sof. glaubt, es müsse anstatt זאת heissen ייאת also Jer* 32,11, wie es auch tatsächlich in einigen Ood zn finden ist. Die Autorschaft für diese Korrektur muss Müller allerdings an R. Samuel Strasebun (רש״ש) abgeben. — Von den Q w. K. erwähnt der Talmud nur 2. Sam. 8.3, 16.23; Jer. 31.37, 56.29;