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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 246

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 246)
Language
German
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243 Auffassung von ״Raschi“ ist daher keineswegs verwunderlich, sie ist vielmehr im Gegenteil vollständig berechtigt; denn das Wesen beider Formeln ist, nachdem wir die Definition ven Raschi in Makkoth 6b über Mikra und Masoreth gehört haben, genau dasselbe: Masoreth ist der Text der heiligen Schrift, wie er niedergeschrieben ist (plena oder defektiva etc.), dem entsprechend ist das K. die Art und Weise der Schreibung der mit diesem Namen bezeichneten Wörter, während Mikra und Qeri Bezeichnungen für die durch die Uberlieferung vorgeschriebene Lesung sind. § 111. Werturteile über das Q. und das K. Die Frage, ob man bei Beurteilung der beiden Lesarten das Q. oder das K. vorzuziehen habe, bildete hauptsächlich einen Streitpunkt zwischen zwei Gelehrten des 18. Jahrhunderts: B. W. D. Schulze in seiner Kritik über die gewöhnlichen Ausgaben der hebräischen Bibel und Simonis (introduktio grammatica critica, Halle 1758). Simonis behauptet, dag K. sei stets authentisch und müsse immer der Randlesart, weil die ursprünglichere, vorgezogen werden; er versieht das K. nötigenfalls mit anderen Funkten. Schulze dagegen bemüht sich, die Unrichtigkeit der Textlesart nachzuweisen und das Q. zu verteidigen, weil er in der Gerson’- sehen Bibelausgabe dieses mit einigen Ausnahmen immer im Text vorfand, ohne dass eine Randanmerkung angezeichnet worden wäre. Ein zweiter Grund, den Schulze hierzu — und zwar nach seiner Ansicht, dass die Punktation zu dem K. gehöre, mit Recht — veranlasst, ist der, dass die unter dem K. stehende Vokalisation fast nie mit diesem harmoniere. So sucht er S. 7 seines Werkes zu beweisen, dass ״die Urheber des Q. verschiedene Stellen der heiligen Schrift durch ihr Q. anstatt za verbessern, viel mehr verdorben haben.* Z. B. P8. 5. 9: K. נפשו, Q. נפשי. nach seiner Ansicht ist das K. besser; Ps. 24. 4: K. הושר, Q. ״ ,הלשדder jüdische נקדן hat sich hier übereilt. Am Rande steht, K. נפשי• Diese Aenderung aber kann nicht Platz haben. נפשו klingt widrig, ja fast unerträglich, oder man müsste Fehler durch Fehler erklären wollen, und נפשי hat gar keinen Sinn, es sei denn, dass man diese Worte für eine Antwort Gottes halte, welches aber mit dem Zusammenhang 16»

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