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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 243

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 243)
Language
German
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240 schnitt ab, setzte zu, flickte ein, wie es dem allegorischen Spiel der Juden am zuträglichsten war, wie Eichhorn uns glauben machen will, sondern all das geschah nur in Gedanken, weil der‘Text nach dem einfachen Wortsinn ohne dass man immer auf den Zusammenhang achtete, eine andere Deutung, als dieser ihn ergab, zuliess. Es wäre merkwürdig, dass die unzähligen midrasehischen Deutungen nur eine solch geringe Anzahl von Textkorrumptionen, wie Eichhorn sie aufzählt — es ist liier nicht die gegebene Stelle und würde zu weit fuhren, auf dieselben näher einzugehen —, veranlasst haben sollten, Eichhorn selbst ist ja nicht abgeneigt, zuzugeben, dass es noch Midraschim im Talmud gibt, welche sich trotz der ״Karikaturen von Buchstaben“ nicht in den Text eingeschlichen haben.— Auf Grund einer Abhandlung von Hupfeid (Theologische Studien und Kritiken 1830, S. 54ff.) muss in diesem Abschnitt auf etwas anderes eingegangen werden. Im Talmud kommen häufig die Formen vor יש אם למקרא und יש אם למסיתx) d. h. ״es ist Grund vorhanden, die Mikra, resp. die Masoreth zu deuten״. Mikra bedeutet die tatsächliche Lesart, d. h. wie das betreffende Wort zu lesen ist, während unter Masoreth verstanden wird, wie dieses Wort gelesen werden müsste, wenn man nicht die zu ihm gehörigen Vokale kennen würde. So schreibt ßaschi in Sukka 6b: יש אם למסרת: כמז שכתב משה ומסר בספר תורה לישראל und noch deutlicher in Makkoth 7b: יש אם למסרת: כמה שנמסרה כתב של תיבה למשה אנו צריכין לדורשה ולא לפי המקרא כשאתה קורא. Diese beiden Formeln werden angewandt, wenn zwei talmudische Lehrer bei einer Meinungs- Verschiedenheit beide ihre verschiedenen Ansichten auf dasselbe Schriftwort gründen, indem der eine für die Auslegung des Schrift- Wortes die Mikra nimmt, während der andere seine für ihn rechtsgültige Entscheidung auf der Masoreth, einer apokryphischen Lesart, auf baut. (Falsch ist es, wenn Hupfeid sphreibt: ״indem der eine die eine, der andere die andere für allein gültig oder authentisch erklärt“, denn wie Tosapboth in Sukka 6 b schreiben, erkennen beide die Mikra und die Masoreth als authentisch an, denn ״nicht umsonst ist ein Unterschied in der Schreib- und Leseweise gemacht worden,־״ ף Warum אם gebräuchlich ist und ת ich אב} s. Responsen von R. Isak Alfasi, Nr. 1, ferner Bacharach, das Alter der Vocalisation und Akzentuatipn, אשתדלות עם שד״ל (Warschau 1896) I. S. 182 ff. — Über die beiden Formeln au and Air sich s. Si. Lat. 3 a ff.

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