Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 242)
- Language
- German
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239 6) 2. Kön. 20. 4 — Sanhedrin 2: וידבר ד א?* ישעיה הנביא?*אמר לך ואמרת אל הזקיה נגיד עמי ... שמעתי את תפלתך ראיתי את דמעתך הנני מוסיף על ימיך המש עשרה שנה. אמר ליה כדון אמרית לי הכין ונדון אנא מימר ליה הבין? אמר ליה גברא רבה הוא ולית הוא מהימנתי, אמר ליה עינוון סגין הוא והוא מהימן לך ולא עוד אלא עדיין לא יצאת הברה בעיר. Dem krankes König Hiskija war verkündet worden, dass er sterben werde. Er betete und flehte um Genesung. Und Gott erhörte ihn und wollte ihm durch Jesaja verkünden lassen, dass er noch fünfzehn Jahre leben werde. Der Prophet aber dachte, dass der König ihm nicht glauben werde, nachdem kurz vorher die Prophetie an ihn ergangen war, dass er sterben müsse. Gott aber sagte zu Jesaja: Der König ist sehr bescheiden, vertraut nicht auf seine Grösse und seine Klugheit und wird dir glauben; ausserdem hat sich das Gerücht von dem bevorstehenden Tode, d. h. von der ersten Weissagung, noch nicht in der Stadt verbreitet. 7) Chag. 1. 8 — Tannith 2. V1 (Makkotb 2. 6), ebenso wie im bab. Talmud (s. oben). Diese Beispiele beweisen zur Genüge, dass der Talmud die Q. K. gekannt und sich mit ihnen intensiv beschäftigt hat; sie werden nicht nur für midraschische Deutungen und Erklärungen benutzt, sondern auch Vorschriften und Gesetzesbestimmungen werden aus ihnen gefolgert. Die zitierten Stellen aus dem jerusalemitischen Talmud im speziellen zeigen ferner die Unhaltbarkeit der Behauptung Wittmann’s (Katholische Prinzipien, Landshut 1834, S. 235), dass ״die Gemara Hierosolymitana keine Meldung von ihnen habea. Es entbehrt ferner jeglicher Begründung und faktischer Beweise, wenn Eichhorn (Einleitung, I. S. 246) den Satz aufstellen will: ״Damals lebten die allegorischen Erklärer des A. T. in ihrem güldenen Zeitalter und wurden alle ihrer allegorischen Schimären in den Handschriften selbst durch Zeichen und allerlei Karrikaturen von Buchstaben bemerkt: so^müssen dadurch viele Fehler in den hebräischen Text eingedrungen sein“. Die allegorischen Auslegungen und midraschischen Deutungen wurden mündlich dem Schüler vom Lehrer mitgeteilt, ebenso wie nach der gesetzlichen Vorschrift die halachischen Auseinander- Setzungen und Entscheidungen in früherer Zeit nicht auf geschrieben werden durften. Man zerlegte den Text nicht auf das willkürlichste,