Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
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233 Es ist dies aber gar nicht verwunderlich, da ja die Talmude die Niederschriften mündlich geführter Diskussionen in den Lehrhänsern der alten Zeit sind. Die Bearbeitung dieses Gemara-Stoffes erfolgte in den Hochschulen Palästinas und Babyloniens; wir besitzen daher einen jerusalemitischen1) und einen babylonischen Talmud. Da alles, was im Talmud niedergeschrieben ist, in den Lehrhäusem gesprochen wurde, versteht es sich, dass die meisten Citate nach dem (J. lauten2). Das Wesentliche der Q. K. nach den Gesetzeslehren im Talmud besteht doch darin, dass die betreffenden Worte anders ausgesprochen werden müssen, als man nach dem Text erwarten sollte. Warum sollten also diese ״Protokolle“ nicht wortgetreu alles so wiedergeben, wie man zur Zeit gesprochen hatte! Es erscheint mir daher unnötig, darauf Gewicht zu legen, dass die beiden Talmude die Verse nach den Q. zitieren. Es sind unzählige Stellen, die nicht alle hier aufgezählt werden können. Nur sollen einige von den Q. namhaft gemacht werden, die in der Mischna, deren Niederschrift bekanntlich aus einer viel früheren Zeitperiode datiert, erwähnt werden: Ijob 13. 15 — Sota 5. 5; Lev. 3. 23 — Sota 7. 6 und Tamid 7. 2; Ez. 43. 16 — Middoth 3.1; Jes. 10. 13 — Jaddajim 4. 4; 1. Sam. 25. 18 — Chullin 11. 2. Im Talmud werden nach dem K. zitiert, z. B.: Lev. 25. 30 — Megilla 3b, 5b; 1. Sam. 2. 9 — Joma 38b; 1. Sam. 7. 9 — Aboda sara 24 b; Jes. 10. 13 — Berachoth 28 a; Jes. 30. 13 — Menachoth 100 a; Jes. 63. 9 — Sota 31a; Jer. 21. 12 — Schabbath 55 a; Ez. 9. 11 — Joma 77 a; Ps. 139. 16 — Nidda 30 b; Misch. 26. 2 — Makkoth 11a; Ijob 21. 13 — Sanhedrin 108 a; Ps. 139. 16 — jer. Nidda 3. 3 und viele andere, die als Beweis dienen mögen, dass den Talmudlehrern auch das K. bekannt war. Nach dem, was oben von der Niederschrift der mündlich geführten Diskussionen gesagt wurde, könnte man jetzt einwenden, woher es denn komme und wieso es trotzdem möglich sei, dass Stellen nach dem Wortlaut des K. erwähnt werden. Wie wir später bei dem Q. K. konstatieren werden, dass der Talmud beide Lesarten für seine halachischen Bestimmungen und midraschischen Deutungen A) Welchen ich immer so zitiere, dass ich den betr. Traktat die Abkikzung jer. voransstelle. *) Vergl. die Glosse des K. Samuel Straschvm zu Joma da.