Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 223)
- Language
- German
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W. Ö. Schulze in seiner ״Kritik über die gewöhnlichen Ausgaben der hebr. Bibel״ (Berlin 1766) und später iil einer 1768 erschienenen Dissertation (welche ich im Original nicht erhalten konnte) das Gegenteil behauptet hätte. Er tadelt Simonis — zuweilen mit grosser 1 Harte—, weil dieser das K. niemals nach den darunter stehenden Punkten liest, sondern andere darunter setzt, um auch nach dem K. einen Sinn zu erhalten. Schon Ernesti in seiner neuen theol. Bibi., 7. Band, bei der Rezension des Schulzen'schen Werkes zweifelt nicht daran, dass die Wahrheit auf Seiten Simonis, liege. Simonis, sagt er dort, handelt nach dem Grundsatz, welchen er im Anhang zu seiner hebr. Bibel vorgetragen hat, und auf welchen er sich auch in der Vorrede zu seinem hebr. Lexikon beruft, näm~ lieh: *Zu dem K. gehören garnieht die Punkte, die darunter gesetzt sind, sondern zu der lectioni marginali oder dem Q., mit welcher sie zusammen gelesen werden sollen. Die Punkte zu der lectioni textuali oder dem K. sind garnieht angegeben, sondern müssen von dem Leser nach der Analogie der Sprache darunter gesetzt werden". In der erwähnten Dissertation verteidigt sich Schulze gegen die Einwände, welche gegen ihn erhoben wurden. Er meint, dass man erstens den Juden etwas Ungereimtes in die Schuhe schiebe, wenn man sage, sie hätten die Punkte, welche zu dem Q. gehören, zu dem K. gesetzt; zweitens, hält er die ganze Sache für ein Hirngespinst, und die Sache müsse erst aus jüdischen Schriftstellern bewiesen werden. Auf das erste erwidert ihm Ernesti im 9. Band «einer Bibliothek, S. 758, folgendes: *Was das erste anbelangt, so sehen wir in der Erfindung, eine verschiedene Lesart durch Punkte anzuzeigen, die sich auf das an den Rand geschriebene Wort beziehen, so wenig etwas abgeschmacktes als der Herr Professor in der R. Gerson'schen Erfindung zu einer Sylbe zweene Vocales zu setzen". Das Zweite beweist er aus Zeugnissen älterer Schriftsteller, des Elias Levita u. a. Als vielleicht ältestes Zeugnis über diesen Gegenstand sei hier in Ergänzung von Ernesti’s Zitaten ein Satz aus den Einleitungsworten Abarbanel's zum Buche Jer. zitiert: ... ולמה עזרא בהיות הדבר אצלו מסופק עשה הנקוד תמיד מסכים עם הקרי ולא עם הכתיב. Nach Elias Levita in seinem Werke Masoreth ha-Masö-