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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 222

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 222)
Language
German
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219 Verwandt mit diesen sind die קרי ולא כתיב (= Q. wl. K.), Wörter, welche gelesen werden, obwohl sie nicht geschrieben sind, nnd umgekehrt Wörter, welche der Text aufweist, die aber nicht gelesen werden (כתיב ולא קרי K. wl. Q.). In allen diesen Fällen findet man über dem betr. Wort, welches noch eine Lesart aufweist, oder an der Stelle im Text, wo ein Wort eingeschoben werden soll, ein Sternchen angebracht, welches auf den Band der Seite hinweisen soll. Dort ist mit dem Worte קרי oder abgekürzt ק״ die Randlesart verzeichnet, oder es steht z. B. אם כתיב ולא קרי, wenn das Wort יאם welches der Text aufweist, nicht gelesen werden soll, oder כן קרי ולא כתיב, wenn bei dem Worte בן das umgekehrte der Fall sein 8011. Vokale stehen nur unter dem K., niemals unter dem Q., und es gilt als eine uralte Regel, dass beim Lesen des Q. und K. die dem K. beigefügte Vokalisation immer zu dem Q. zu rechnen ist. Es ist dies eine uralte Regel, welcher man bei näherer Betrachtung des K. unbedingt beipflichten muss. Wenn z. B. Deut. 2. 33 im K. בנו steht, so dürfte doch niemand auf den einfaltigen Gedanken kommen, dass die Punktation für die im Texte stehenden Konsonanten die richtige sei. Auch ein Fehler der Ab- Schreiber ist hier gänzlich ausgeschlossen, denn es müsste ein merkwürdiger Zufall sein, dass der Schreiber sich gerade bei der Vokalisation der Wörter geirrt haben soll, zu welchen zwei Lesarten existieren. Der schlagendste Beweis für diese Regel ist aber die Vokalisation der Q. wl. K. und K. wl. Q. Bei den ersteren sollen Wörter in den Text eingefügt werden, die dazu gehörigen Vokale stehen aber ja im Text. Woher sollte es denn kommen, dass im Text plötzlich Vokale auftauchen, welche man gamieht vermutet, oder woher kommt es bei den K. wl. Q., dass keine Vokale vorhanden sind? Es würde sich nicht der Mühe lohnen, soviel Worte über diesen Gegenstand zu verlieren, wenn nicht B. קרר als zweite Person sing. fern. Imper. Qeri anszusprechen ist. **(König’» Widerlegung wegen des entsprechenden יסביר für welches nicht der Imperativ gewählt wurde, ist wenig stichhaltig; denn warum sollte man nicht für die eine Bezeichnung den Imper. wählen, für die andere dagegen eine andere Form.) Andere lesen Qere und halten es für ein Part. Pass.; aber weil mit jenem Part. Pass, die 3. Pers. sing. masc. Peil gleich geschrieben wurde und dem Ursprung sowie dem Sinne nach zusammenhing, so kam es, dass die Aussprache geändert wurde, (s. König, Einleitung in das A. T. S. 31, Anm.).

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