Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 199

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 199)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
84% known words query
IRI
…/3486266-3486287--5982-3492355
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

196 Ethrogim beweist1). Ia der erwähnten 2) ältesten Salzburger Mautordnang wird ״vermerckht die Maut ze Friesach, wie man all Kaufmannschaft vermauten soll, vnd gebent weder müner noch mer denn als hernach geschrieben stehet“. Unter der Rubrik : ״Paradeys Aepfl“ heisst es dann: ״Item der Paradeys Aepfl führt auf ain Ross vnd dy die Juden haben müssen, geit ain Paradeys-Apfl, oder 8 oder 12 Wiener Pfennig“5). Ebenso wird ״vermerckht die Maut zum Newmarckht, davon man gibt weder mynner noch meru und die Verordnung betreffs der Paradies-Aepfel lautet folgendermassen : ״Item der Paradeys Aepfel führt auf ain Ross dy die Juden haben müssen, geit ain Paradeysapfel Frisher (Kriesacber) 8 oder Wiener Pf. 12“ 4). Die Ordnungen der anderen Mautstätten ausser Friesach und Neumarkt weisen keige Tarife für Ethrogim auf, wohl aber solche für den Leibzoll. Im 18. Jahrhundert — von dem nunmehr die Rede sein seil — kommen für den Judenleibzoll hauptsächlich folgende Mautstationen in Betracht: Die Hauptmaut zu Salzburg, Maut Werfen, Hallein, Teisendorf, Lofer und Tittmouing. Friesach hatte inzwischen aufgehört, Salzburgisch zu sein, und von Neumarkt ist als Mautstätte jetzt nirgends mehr die Rede. Bei den Mauten Wagrain, Lend, Lengberg und Niklasdorf enthielten die Tarife keine Aufzeichnungen für die Gebühren des Judenleibzolles. Die Bemessung und Einhebung war jedoch — für den Fall einer Judenpassage — der Beamtenschaft überlassen. Dass es da sehr oft *) ״Esrog״ ist die aramäische Übersetzung des Targum Onkelos für das Wort ״Hadar״ im Schrifi verse: .Und ihr sollt euch nehmen am ersten Tage Frucht vom Baume Hadar״ (Leviticus XXIII 40). Targum Jonathan ben Usiel übersetzt ähnlich: ״Trugin״. Der Name ״Paradiesapfel״ gründet sich offenbar auf eine alte Ansicht, laut der der Baum der Erkenntnis, von dessen Frucht Eva und Adam verbotener Weise assen, ein Esrogbaum gewesen' sein soll. (Siehe Midrasch-Rabah 15.) Es war dies die Meinung R’Abas. (Vgl. auch Ramban zur erwähnten Leviticus Stelle.) Im Talmud (Braehoth 40, Sanbedrin 70) werden andere Meinungen erwähnt. *) Spatzenegger o. a. o. s) Ebenda 33. ף Ebenda 48—49.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.