Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 180)
- Language
- German
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177 Friedrich Wilhelm I., dem eifrigen Protektor der Salzhnrger Emigranten, nicht besser ihre Dankbarkeit, Treue und Anhänglichkeit bekunden und mehr zu Herzen sprechen können als durch die geschilderten Akte der Güte und Wohltätigkeit gegen seine glaubensstarken Schützlinge. Göcking hat sein Buch (den ersten Teil) dem Könige und (den zweiten Teil) dem Kronprinzen Friedrich gewidmet. Zweifellos haben auf diese Weise beide von der Hochherzigkeit der Juden gegen die Salzburger Kenntnis erlangt. Sicherlich haben auch die jüdischen Handlungen nicht verfehlt, auf Vater und Sohn einen tiefen Eindruck zu machen und das Eis sowohl ihrer Gesinnung gegen die israelitischen Untertanen wie auch die der öffentlichen christlichen Meinung zum Schmelzen zu bringen 1). Trotzdem haben weder Friedrich Wilhelm I. noch Friedrich der Grosse jemals hesondere Judengewogenheit bekundet. Dies war erst Friedrich Wilhelm II. und vollends Friedrich Wilhelm III.2) Vorbehalten. Drittes Kapitel: Juden als gutsherrschaftliche Untertanen eines Salzburger Erzbischofs. Beschwerden einer Christengemeinde gegen Juden beim Erzbischöfe von Salzburg3). (1745—1747). Wenn auch nicht vollkommen, so war doch nach der grossen Emigration von ungefähtJJOOOO Lutheranern im Jahre 1732/33 ף Anlässlich der Vorarbeiten zum preussischen Judenedikte vom Jahre 1812 wies denn auch tatsächlich der Verfasser des ersten Entwurfes ״eines Gesetzes zu einer neuen Verfassung der Juden“, der Rechtskonsulent der Stadt Königsberg, Kriminalrat Brand, bei seinem Plaidoyer für die staatsbürgerliehe Gleichberechtigung der Juden auf die sieh in Preussen niedergelassenen Salz burger hin. Wie diesen Gelegenheit gegeben und Entgegenkommen bewiesen wurde, dass sie sich nicht als Fremde, sondern durchaus als Teile des preussisehen Vaterlandes fühlen, so müsse man auch den Juden gegenüber vorgehen. (Vgl, Rieger 23). 2) Der den Antisemitismus ״eine Schmach des Jahrhunderts“ nannte und die Gleichberechtigung der Juden de facto durchführte. ' s) Wiewohl strenge genommen nicht zum eigentlichen Gegenstand der ״Geschichte der Juden in Salzburg“ gehörig, dürften die Ausführungen dieses Kapitels, als Beitrag zu einem bisher offenbar unbekannten Zweig einer jüdisehen Lokalgeschichte, dennoch nicht uninteressant and unwichtig sein. Sie Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft XV.!2