Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 175)
- Language
- German
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172 sie einige Pilgrim in ihre Wohnung aufnehmen dürfften, um ihnen nach Vermögen Gutes zu thun. Dergleichen Exempel des Mitleydens fand sich auch in ßegenspurg bey einem dasigen Schutzjuden Namens Salomon. Als dieser hörte, dass die Dürnberger Emigranten in Regenspurg ankommen würden, meldete er sich aus freyen Stöcken und bat sich aus von den ankommenden Salzburgern 20 Personen auf seine Kosten zu verpflegen. Aber der Rath wollte ihn nicht mehr als 12 verstatten. Diese pflegte er aufs herzlichste und beschenkte sie reichlich. Er liess sich öffentlich vernehmen, dass ihm die Pilgrimschaft dieser Leute nicht anders vorkäme als die weite und wunderbare Reyse der Israeliten aus der Dienstbarkeit Egypti nach dom gelobten Lande, und dieserwegen fände er sich aufs innigste zum Mitleiden gegen diese Flüchtlinge gerührt. § 8. Und was soll man von unseren Berlinischen Juden sagen? Männer und Weiber haben diesen verjagten Leuten nicht allein bei ihrem Einzuge in die Stadt vieles zugeworfen, sondern sie sammelten auch sogleich des anderen Tages nach der Ankunft des ersten Trupps von freyen Stücken eine Collecte in ihrer Synagoge. Die beiden Vorsteher lieferten dieselbe noch selbigen Tags bey dem Herrn Geheimen Rath v. Herold ab und stelleten folgende eigenhändige Erklärung darüber aus: Nachdem auf Verlangen der hiesigen Judengemeinn die Aeltesten am heutigen dato in der Synagoge eine Collecte für die Saltzburgischen Emigranten aufgebracht, gleich wie wir in der Thora oder alten Testament von Gott gar vielfältig, dergleichen Frembden adsistiren ermahnet sind, und dann obige , Collecte drey un dreyssig Thaler acht Groschen sich belaufen; als haben wir solche Gelder an des Geheimen Raths v. Herold Hochwohlgeboren zu weiterer Beförderung in Gottes Namen abgeliefert. * Berlin, 1. May 1782 Mayer Samuel und Benedictus Mayer. Die Judenfrauen schickten auch 200 Ellen Leinwand für sie ein und baten, dass man solches dergestalt vertheilen möchte, damit die Aeltesten® und Aermsten unter ihnen nicht vergessen wurden. Die Vorsteher gaben wiederum folgende eigenhändige Zeilen darüber von sich: Als die Judenfrauen in ihrer Separaten