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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 171

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 171)
Language
German
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168 diese Tatsache und dass er selbst trotzdem nicht so verstockt und blind ist, um das mustergiltige Benehmen der Juden zu verschweigen oder zu verkleinern, legt seinen zeitlich unmittelbaren Mitteilungen besonderes Gewicht und umso grösseren historischen Wert bei. Um an seiner wahren Judengesinnung von vornherein keinen Zweifel aufkommen zu lassen, vergisst er nicht, recht, oft Wünsche und Stosseufzer ״von wegen der Bekehrung der Juden“ einzu-, flechten, weshalb er seine Schilderung ״wie diese (die Salzburger) Pilgrime auf ihrer Reyse von den Juden aufgenommen“ wurden *), folgendermassen beginnt: § 1 ״Wem ist unbekannt, dass die Juden sonst abgesagte Feinde der Christen genennet werden? Sie verwerfen denjenigen, auf welchen sich unsere gantze Seeligkeit gründet. Sie gehen in ihrem verstocktem Sinn einher und warten noch auf einen von Gott versprochenen Mesiam und Heyland der Welt, den ihre Väter schon vor mehr als 1700 Jahren ans Creutz nageln Hessen. Es kann demnach nicht anders seyn, diese Menschen müssen einen Hass gegen alle Christen haben. Ists wahr, wie es denn wahrhaltig ist, dass Jesus der rechte Messias und Erlöser der Welt ist, so müssen die Juden alle mit einander verlohren und verdammt seyn. Denn sie verwerfen denjenigen, in dem alles Heyl und Seeligkeit zu finden — ־— — — können sich nun die Salzburger wol vernünftiger Weise von denen das geringste Gute versprechen, dabey finden werden. Es wird heissen: Soll ich so lange Jahre blind gewesen seyn und des reehten Weges verfehlt haben? Soll ich meine Religion ändern, in der ich geboren und erzogen bin? Soll ich durch mein Beginnen zu erkennen geben, dass alle meine Glaubensbrüder auf dem Irrwege sind? Soll ich meine Eltern und alle meine, die auf eben dem Glauben in die andere Welt schieden, den ich habe, durch die Änderung meines Glaubens für* verdammt erklären? Soll ich meinen Rabbi und meine heiligen Lehrer für Lügner und Betrüger halten, die mir nicht den rechten Weg der Seligkeit gewiesen? Oder soll ich sie für unwissende und ungelehrte Leute achten, die nicht eben so gut wussten, was wahr oder falsch ist als andere? Soll ich mir den Hass meiner Eltern, meiner Geschwister, meiner Anverwandten, meiner Nachbarn, meiner Landsleute und aller meiner Glaubensgenossen durch mein Unternehmen zuziehen? Soll ich mich meiner Erbschaft, meiner Güter und meiner Ehre verlustig machen? Und was dergleichen Einwürfe des verderbten (1!) Menschen mehr seyn möchten“ (I 52 -53). ף Bd. I 561.

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