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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 167

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 167)
Language
German
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164 und Wien (1668 und 1670)*) manche der Unglücklichen die Salzbürg passierten, hier teilweisen Aufenthalt nehmen lassen. Nahmen doch besonders die Wiener Emigranten ihren Weg durch Bayern* 2), wobei sie wahrscheinlich auch Salzburg berührten. Möglicherweise haben auch die Geschäftsbeziehungen, die damals zwischen Salzburg und der judenbevölkerten Stadt Venedig bestanden, Juden nach Salzburg geführt. Es existierten infolge der regen Beziehungen sogenannte ״Faktoren“ der Salzburger Kaufmannschaft in Venedig und wieder umgekehrt Venediger in Salzburg 3), zu denen auch Juden gehört haben könnten. Im Jahre 1656 erscheint in einem Ediktalverfahren unter den Gläubigern des Salzburger Stadtrates und des Kaufmannes Kellenberg von Salzburg neben Handelsfirmen aus Verona, Lucca, Gaudino und Neutura auch der Name ״Mai, Jud zu Venedig* 4). Ausdrücklicheres ist freilich für die in Eede stehende Zeit nicht überliefert, wodurch all dem Erwähnten natürlich nicht viel mehr als der Wert einer ,Vermutung zukommt, aber einer Vermutung, die, wenigstens für den Ausgang des Jahrhunderts, einen bestärkenden, urkundlichen Anhaltspunkt erhält. 1695 taucht nämlieh zum ersten Mal wiederum der Name eines Juden aus Salzburg in den Salzburger Urkunden auf: In einem alphabetischen Repertorium der Landschaftsregistratur, umfassend die Zeit von 1494—1765, findet sich am 12. November 1695 eine Beratung der Landstände über den Salzburger Juden ״Haunis“ vermerkt5). Der Akt selbst ist (im lcgl. Reichsarchiv zu München und k. u. k. Haus- Hof- und Staatsarchiv in Wien) leider nicht vorhanden. Es lässt sich so natürlich nicht mit Sicherheit feststellen, in welcher Weise da von ״Haunisa als von dem Salzburger Juden die Rede ist, ob er in Salzburg ansässig war — wie es den Anschein hat — oder sich dort nur ohne eigentliche Sesshaftigkeit aufhielt. Auch um was für eine Verhandlung der Landstände betreffs dieses Juden es sich handelte, kann ebenso mit Gewissheit nicht gesagt werden. י) Wertheim 109, Tänzer 47, Kaufmann 164. 2) Aretin 67. s) Zillner H 310. 4) Ebenda 317. 5) Kgl. Reichsarchiv München Salzb. Höchst. Lit. Nr. 201.

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