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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 166

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 166)
Language
German
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163 üch wie auch gewissens halber verantwortlich E. hoch!. Gnaden und mir auch solches nit nachher gebühren möchte, andertbeils hab ich daneben betrachtet E. hoch!. Gnaden intres das ort bewohnt und bekannt zu machen, zu welchem vielleicht dies nit der geringsten mittel eines.. u Der Graf betont in diesem Briefe weiter, dass die Juden ja in Korn und Prag, den Metropolen der Christenheit, Aufnahme gefunden und verschiedene Privilegien erhalten hätten, deren Kopien er von den Juden erhalten habe und die er nun zur besseren Information beilege. Er habe sich zu einem Entwürfe der ״Contiones“ herbeigelassen und lege diesen dem Fürsterzbischof, dem er die Entscheidung anheimstelle, vor1). Die Antwort des Erzbischofs ist leider nicht erhalten, die Hauptsache ist jedoch, dass sie eine zustimmende gewesen sein muss, was daraus hervorgeht, dass bald darauf zwischen dem Grafen Caspar und zwölf Bheinecker Judenfamilien die schutzbriefliche Vereinbarung zustande kam und noch ini Juli desselben Jahres die neuen Ansiedler — die ersten Juden in Hohenems — sich nieder- Hessen2). Bei dieser vorurteilslosen Denkweise Marcus Sitticn»' ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass dann durch die brüderlichen Be- Ziehungen der beiden Landesherren herüber und hinüber Juden vorübergehend auch nach Salzburg kamen. Zeigten sieb doch die Hohenemser Grafen fast niemals ausgesprochen judenfeindlich3 * * * * 8). Wie dann die Nachfolger Marcus Sitticus’ in Salzburg in unserer Frage gesinnt waren, wissen wir nicht. Vielleicht haben aber aiich in der weiteren Folge des 17. Jahrhunderts die vielen Judenwanderungen infolge mehrfacher Vertreibungen, so aus Tirol *) Tänzer 15—17. 2) Ebenda. Sonst war zwar Ersbisehof Marens Sitticus für die Pläne seines Bruders zur Hebung Hohenems nicht sehr eingenommen. Ja, gegen Ende seiner Lebenszeit entwickelten sich hieraus sogar ernste Differenzen zwischen den Brüdern (vgl. Zillner: ״Erzbischof Marcus-Sitticus und sein Neffe, Jakob Hannibal, Graf von Hohenems“. (Mitteil. d. G. f. S. Lk. 1864 Bä. TV 250). Allein in diesem Falle wird er kaum einen Einwand erhoben haben, zumal es sich nicht um einen Plan auf Kosten seiner Tasche, wie sonst, handelte. 8) Tänzer 42 und 47. 11*

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