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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 120

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 120)
Language
German
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117 Mit dem Niedergang des Glanzes von Jerusalem und vor allem mit der Zerstörung des ersten Tempels haben naturgemäss diese alljährlichen nationalen Festlichkeiten aufgehört. Darauf deuten schon die Worte des Targum Echa I 4 hin, der die Töchter Jerusalems klagen lässt, dass diese Festesfeiern aufgehört haben: בתולתהא ספק על די פסקו למיפק בחמשא עשר יומין באב וביומא דכפוריא די הוא בעסרא יומין בתשרי לחיגנא בחינוגין (Dies ist übrigens m. W. die einzige Stelle mit Ausnahme von unserer Mischna, wo diese Festesfeiern erwähnt werden). Auch den Worten des Tanna לא היו י״ט ist zu entnehmen, dass er nur eine schöne, erhebende Volkssitte aus längst verklungenen Zeiten in Erinnerung bringen wollte. CII. Über den Fest- und Freudentag des 15. Ab finden wir Thaanith 30b und B. Batra 121a sechs verschiedene Ansichten. 1) R. Jehuda im Namen Samuels sagt: יום שהותרו שבמים לבא זה בזה Es war der Tag, an welchen den Stämmen das Heiraten unter einander erlaubt wurde. 2) Rab Dime bar Josef sagte: יום שהותר שבט בנימין לבא בקהל Es war der Tag, an welchem dem Stamme Binjamin — nach dem traurigen Ereignis von .פילגש בנבעד — die Heirat mit jüdischen Töchtern wieder gestattet wurde. 3) R. Jochanan sagte: יום שכלו בו מתי מדבר Es war der Tag, an welchem das Aussterben des Geschlechtes der Wüste ein Ende hatte 4) üla sagte: יום שביטל הושע בן אלה פרזדאות שהושיב ירבעם. Es war der Tag, an welchem Hoschea, Sohn Elas die Wachen entfernte, die Jerobeam aufgestellt hatte, um seinen Untertanen den Besuch des Heiligtums in Jerusalem unmöglich zu machen. 5) Rab Mathna sagte: יום שנתנו הרוגי ביתר לקבורה. Es war der Tag, an welchem das Begraben der im Kampfe um Bethar Gefallenen gestattet wurde. 6) Rabbah und R. Josef sagten: יום שפסקו מלברות עצים למערכה. Es war der Tag, an welchem man aufgehört hat, das Brennholz für den Altar zu fällen. (Ähnlich so mit geringen Variationen Jeruschalmi z. St. und Echa rabbati Pethicha 33.) Man sieht sogleich, dass die obige Reihenfolge in keiner Weise chronologisch ist, weder in Bezug auf die Ereignisse noch auf die Autoren, welche hier angeführt werden. Es ist auch nicht anzunehmen, dass es gegensätzliche Ansichten sind, da es sich doch um historische Ereignisse handelt, die in verschiedenen Zeit-

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