Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
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107 Hier liegt eine doppelte Schwierigkeit vor, welche in der gleichen Form noch zweimal in derselben Mischna wiederkehrt. Erstens widerspricht der Nachsatz dem Vordersatz. Letzterer sagt: Wenn der Schlauch den Knäuel des שתי nicht mehr fassen kann, so ist er טהור, und der Nachsatz sagt das Gegenteil: Auch wenn der Schlauch den Knäuel des שתי nicht mehr fassen kann, wenn er nur den :ny-Knäuel fassen kann, so ist er dennoch טמא. Zweitens liegt eine Schwierigkeit in der Partikel אע״פ♦ Der grösseren Deutlichkeit wegen wollen wir dieses erste Beispiel in unserer Mischna in etwas anderer Fassung wiedergeben. (A) Ein lederner Beutel, der einen Riss hat so gross, dass ein Markstück durcbfällt, ist kein כלי mehr, folglich מהדר. (B) Wenn er auch ein Markstück nicht behalten kann, — אע״פ — obgleich er Talerstücke behalten kann, ist er gebrauchsfähig, also טמא. Die Schwierigkeit springt in die Augen. Der Nachsatz ist ganz und gar unlogisch. Entweder müsste es heissen: Weil er Talerstücke behalten kann, ist er טמא, oder man müsste das טמא in טהור umändern, sodass es heissen würde : Obgleich er Taler־ stücke fassen kann, ist er dennoch טהור. Dieser letztere Weg ist der einfachste; denn es werden so die beiden von uns erwähnten Schwierigkeiten behoben. Diesen Weg beschreitet auch in der Tat der Gaon R. Elia in seinem Kommentar zu טהרות. Er ändert das dreifache טמא unserer משנה in טהור. Das nennt man aber den gordischen Knoten durchhauen. Dagegen erheben sich nämlich die allergrössten kritischen Bedenken. Denn alle ראשונים hatten unsere Lesart vor sich, linden sie sehr auffallend, ohne jedoch den Versuch zu machen, sie irgendwie zu ändern. Und der ר״ש sagt sogar ausdrücklich: Wenn טהור statt טמא stünde, wäre die Erklärung ganz einfach. Es fällt ihm aber nicht ein, eine derartige Korrektur anzubringen. Statt zu einer solchen Emendation zu greifen, empfiehlt sich vielmehr folgende Erklärung. Die ganze Schwierigkeit hat ihre Grundlage in der Partikel אע״ם. Gäbe es eine Möglichkeit, sie anders als wie gewöhnlich zu erklären, dann wäre die ganze Schwierigkeit behoben. Dazu soll hier der Versuch gemacht werden. Im מלאכי T wird im Namen von R. Jakob Ohagis als Tradition von seinen Lehrern mit geteilt ״ אע״פ שייך בטעמא דמילתאdass אע״ם auch zur Begründung eines Satzes