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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 102

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
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99 Wie ist es aber mit unserer Gemarastelle, die doch das Gegenteil sagt? Auch diese kann so erklärt werden, wenn wir die Lesart der Münchner Handschrift betrachten. Sie hat folgenden Wortlaut: ״ הכי קאמו חביבי אי לאו דאנא הואי לא הוי יהיננא לד,ו כללSo sagte mein Onkel, wenn ich es nicht gewesen wäre — d. h. wenn ein anderer mich gefragt hätte — so hätte ich ihnen gar nichts zugesprochen“. Ich selbst will mich nicht auf den starren Rechts- Standpunkt stellen, einem anderen müsste ich nach dem strikten דין Urteil sprechen. Der verdienstvolle Herausgeber des דקדוקי סופרים bringt noch andere Handschriften, die eine solche LA haben ,und bemerkt in der Note dort: איני יבול לפרשה ואולי עובדא הואי ברב ועשה לפנים ״ .משורת הדיןIch kann die LA nicht erklären! Vielleicht ist einmal ein solcher Fall bei Rab vorgekommen und er hat לפנים משורת הדין gehandelt.“ Wenn er den Jeruscbalmi eingesehen hätte, so hätte er seine Vermutung bestätigt gefunden. Dass R. Chija Flachs angebaut und damit gehandelt bat, finden wir an verschiedenen Stellen. Vgl. Chulin 85 b, Kethaboth 103b, Jeruschalmi B. Mezia V..6. XCVII. Von einem Bekannten wurde mir vor Jahren in erregtem Tone die Frage vorgelegt, wie die Gemarastelle in Pesachim 49 b zu verstehen sei. die über den עם הארץ ein so hartes, unbarmherziges Urteil fällt — מותר לנוחרו ביום הכפורים שהל להיות בשבת —? Um seine Erregung zu beschwichtigen zeigte ich ihm die Stelle Sanhedrin 96a, wo es heisst: הזהרו בבני עמי הארץ שמהם תצא תורה ״Habet Acht auf die Söhne der Ungelehrten, deun aus ihrer Mitte gehen die Träger der Thora hervor.<h Ferner die schöne Stelle Chulin 92 a: ״ אומה זו לנפן משולהdiese Nation gleicht dem Weinstock. Die Schriftgelehrten sind die Trauben und die Amme Haarez die Blätter am Weinstock. Darauf bezieht sich auch die Botschaft aus Palästina: die Trauben sollen für die Blätter beten, denn ohne die Blätter würden auch die Trauben nicht gedeihen können.44 Hier wird doch dem Am haarez die Rolle eines Förderers und Beschützers der Thora und ihrer Träger zuerkannt. Das ist doch gewiss sehr ehrenvoll. יי

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