Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 95)
- Language
- German
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92 Am 18. Mai 1778 wurde Salomo Levy bei der medizinischen Fakultät inskribiert, dessen Vater Isaak Levy als jüdischer Kaufmann in Berlin bezeichnet wird. Der letztgenannte wird in der Berliner Schutzjuden־Liste vom April 1750 unter Nr. 67 als ältestes Kind des David Baruch angeführt. Unter den Berliner Juden, die im März 1791 an das Generaldirektorium eine Erklärung abgaben, in welchen Fällen sie sich nach Landesgesetz und in welchen sie sich nach dem jüdischen Ritualgesetz angesichts der bevorstehenden Erteilung ״der allgemeinen christlichen Rechte“ an sie richten wollen, zeichnet auch Samuel Salomon Levy. Öb und in welchem Zusammenhänge er mit unsern Studenten steht, vermag ich nicht zu sagen. Der Berliner Salomon Levy, welcher 1720 von Friedrich Wilhelm I wegen Völlerei mit 30 Talern Strafe belegt wird, kann nicht der Grossvater unseres Studenten sein 1). Am 14. Oktober 1778 wurde Johann Christian Wilhelm Gotthilf bei der juristischen Fakultät immatrikuliert, ״ein bekehrter Jude“, dessen Eltern zu Prag verstorben waren, und als dessen Heimat Breslau angegeben wird. Er brauchte keine Einschreibe־ gebühr zu entrichten, weil er ein Armutszeugnis und ״Empfehlungsbriefe des erlauchten Staatsministers Hoym“ vorweisen konnte. Der Apostat war der aus Seititz in Böhmen stammende Jakob Taussig, der seit April 1774 das Elisabeth-Gymnasium zu Breslau besuchte, im November desselben Jahres zur evangelischen Kirche übertrat und den obengenannten christlichen Namen erhielt2). Am 11. August 1779 wurde Moses Margelit Rubin bei der botanischen Fakultät inskribiert. Sein Vater hiess Simon Margelit. Als seine Heimat wird Italien vermerkt, und es selbst noch als ״Kalvarde“ bezeichnet. Wir haben es hier nicht mit einem jungen Musensohne sondern mit einem ergrauten und weitberühmten Rab־ biner zu tun, der vielleicht nur behufs Drucklegung seiner Werke d. Gesch. der Juden in Deutschi. V 291, Löwenstein, Blätter f. jüd. Gesch. Lit. 1150, Gronemann, genealog. Studien, deutscher Teil S. 301., hebr. Teil S. 17. Vgl. noch Jahrbuch d. jüd.-lit. Ges. XIV 18. 0 Univ.-Matr. 11 471, Freund, Die Emanzip. der Juden in Preussen 11 57, Friedländer, Aktenstücke die Reform der jüd. Kolonien in d. Preuss. Staaten betreff., Berlin 1793, S. 47, Geiger, Gesch. d. Juden in Berlin 11 07 f. 2) Univ.-Matr. 11 473, Landsberger in Branns Jahr-Buch zur Belehr, u. Unterh., Jahrg. 46, Breslau 1898, S. 15.