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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 94

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 94)
Language
German
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91 Am 14. November 1777 wurde Salomo Schlesinger eingeschrieben,‘ein Doktorandus der Medizin, dessen Vater Aaron Marcus Schlesinger ein Kaufmann in Hannover gewesen ist. Der letztere erhielt als Schutzjude sein Hofjuwelier-Patent am 11. Juni 1742. Er wurde auch Aron Margulies Jaffe genannt, gehörte einem der angesehensten Häuser der damaligen Judenschaft an — sein Vater war kaiserlicher Faktor in Wien, sein Urgrossvater hatte bereits Kaiser Leopold wichtige Dienste geleistet — und heiratete Esther Düsseldorf, die Tochter des hoch angesehenen, Hannoveraner Vor- Stehers Salomon Düsseldorf. Beide hielten die elterlichen Traditionen in hohen Ehren, förderten Gelehrte und werden in Elia ben Jakobs Vorrede zum ״Minchath Cohen“ als Mäcene gefeiert Esther starb am 12. April 1770, Aron am 7. Dezember 1779. Er wird auf seinem Grabstein als gelehrter und wohltätiger Mann gepriesen. 1779 war Salomo bereits ״der Arzeneiwissenschaft Doktor“, denn in den ,,Neuesten Mannigfaltigkeiten“ (Band II, Berlin 1779, S. 439—46, 572 — 91) übersetzte er aus dem Lateinischen und versah mit Zusätzen die ״Medicina ex Talmudicis illustrata“ (Göttingen 1734) des Dr. Benjamin Wolf Ginzburg, eine ״akademische״ Probeschrift von der Arzneiwissenschaft des Talmuds“. Am Schlüsse der Übersetzung stehen die charakteristischen Worte: ״Möchte doch diese kleine Schrift etwas mit beitragen, dass die Welt endlich von ihrem vorgefassten Vorurtheile zurückkehren und über unsere Schriften mit weniger Bitterkeit urtheilen möge“, charakteristisch auch für die Kenntnis und die Liebe, die der Übersetzer dem jüdischen Schrifttum entgegenbrachte 1). des R. Jehuda Löb Margolies, ״wie aus seiner Approbation hervorgeht, nicht sonderlich ernst war“, und dass M. 1797 gestorben ist. Letzteres ist irrig, da er 1800 nach Hohensalza (Jnowrazlaw) als Rabbiner und 1805 in geicher Eigenschaft nach Frankfurt a. d. 0. kam, vgl. Zeitschr. d. hist. Gesellseh. f. d. Pr. Posen XV 62 ff. und meine rjüd. Aerzte in Grosspolen“ S. 47 (Jahrb. d. jüd.־lit. Gesellsch. IX 411), Pinner, Grabschriften, Berlin 1861, S. 199, wo seine Grabschrift, nach der er am 26. Siwan 1811 gestorben ist [in der Zeitung des Judent, 1862 S. 494: 22. Siwan], Hirsch, biogr. Lexikon V 235, Wolf, Catal. der Biblioth.. .׳ Bernh. Beer, Berlin 1863, hehr. Teil S 26 Nr. 527, Zuckermann, Katal. d. isr. Gemeindebiblioth. zu Hannover, Hannover 1901, S. 70, □לאוצרות חיי Katal. d. Michael sehen Biblioth., Hamb. 1848, S. 137 Nr. 1205, Fürst, bibl. jud. 111 275. x) Univ.-Matr. 11 469, Mitteilungen des Gesamtarchivs 11 84, Zeitschr. f.

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