Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 91)
- Language
- German
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88 Naphtali Hirsch in Freudenberg in der Neumark. Er scheint sehr lange studiert zu haben, denn noch 1785 wird er als Candidat der Medizin genannt anlässlich seiner Übersetzung der hebräischen Rede, die der Rabbiner in Frankfurt an der Oder am 9. Mai 1785 anlässlich des Todes des Prinzen Leopold von Braunschweig hielt. Sie ist in Hausens Biographie des letzteren abgedruckt (Frankfurt a. d. O. 1785) 1). Am 10. Juni 1774 wurde bei der medizinischen Fakultät Hirschei Abraham immatrikuliert, ein Sohn des verstorbenen Berliner Juden Abraham Hirschei. Letzterer ist derselbe, der 1750 mit Voltaire in Streit und in jenen berüchtigten Prozess geriet, der seiner Zeit so viel Aufsehen machte. Der Studiosus ist Enkel und Namensträger des Berliner Schutzjuden Hirsch ben Abraham Breslau aus Posen, Hirsch Posener genannt, der noch April 1750 unter der Nummer 111 ״besonders und neu privilegirt“ aber bereits 1754 als ״gewesener Juwelier“, somit als verstorben, bezeichnet wird. Ais seine Heimatgemeinde 1736 durch die Blutbeschuldigung in Bedrängnis geriet, stand er ihr hilfreich zur Seite. Seine Frau Rosa war die Tochter des bekannten Posener Arztes Dr. Wolf Winkler. Der Frankfurter Musensohn' ist am 10. Tebeth 1753/54 in Berlin geboren. Durch die Mitteilung der Matrikel wird das Dunkel, das seit 1757 über der Familie waltet, ein wenig gelichtet. Mit dem Lissaer Arzte Hirsch, dessen Sohn gleichfalls Abraham hiess, ist er nicht identisch, denn dieser arztete bereits 1766 und war 1775 bereits verstorben. Ebensowenig bat er anscheinend mit dem Chirurgus in Schrimm, Hirsch Abraham, der am 23. August 1834 naturalisiert wurde, etwas zu tun2). 1) Univ.-Matr. II 452, Hirsch, Jeschurun IV, Frankfurt am Main 1858, S. 313 Anm. 4. 2) Unlv.-Matr. II 454, König, Annalen der Juden S. 180 ff., Monatsschrift 186& S. 163, 1906 S. 461, Isr. Monatsschr. 1909 Nr. 1, wiss. Beil. z. jüd״ Presse 1909 Nr. 1, 1908 Nr. 10 S. 37 f., Kayserling, Moses Mendelssohn S. 119 i., Jew. Enc. XII 450, Freund a. a. 0. S 58, Zeitschr. f. d. Gesch. d. Jud. in Deutschi. II 23, meine Gesch. der Jud. in Lissa S. 155, 157, Meir Posener, צלעות הבית s. 9b, 10a, WeltsmanJ£alisch, handschriftliches :אבני זכרןן פ״נ׳ איש ישר וכשר ה״ה כהר״ר אברהם רופא ב״ר הירשל רופא ז״ל נפטר ביום ו' עש״ק ונקבר יום כ״נ כסלו תקס״ה לס״ק (Lissa). Des letzteren Familienname war wahrscheinlich Jaroslawski; vgl. noch Verzeichnis sämtl. naturaiis. Isr. S. 88.