Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
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82 Arzt in Wilna und augenblicklich als Bewohner der Landschaft Samogitien bezeichnet, gibt er auf dem Titel blatte des erstgenannten Werkchens, also 1765, nur an, dass er Arzt in Wilna sei. In der Vorrede zum letzteren sagt er, es sei nur der kleine Teil eines grösseren Buches בית יהודה. Mangel an Geldmitteln zwang ihn, nur diesen Teil zu veröffentlichen. Kurländische und litauische Rabbiner gaben ihm Approbationen. In der einen wird er ״Fürst der Thora, der Forscher io Geistes- und Naturwissenschaften, der göttliche Weise, der bei körperlichen und seelischen [Leiden] Arzt“ genannt. Zur Herausgabe wurde er gedrängt. Zehn bis zwanzig der 365 Aphorismen hat er Abraham ben Chisdai und Jehuda Charisi entnommen, wie er im Nachworte bekennt. Aus den Worten in der Vorrede zum יה״וד״ה בן שלש״ים לכה!כרם עין גדי wäre zu entnehmen, dass er damals dreissig Jahre zählte, dem widerspricht aber die Mitteilung im Vorwort seines מחברת חיי נפש, Poryzk 1787, dass er "לעת זקנתי" stehe. Den Musivstil handhabte er meisterhaft. Die Büchlein sind 1795 noch einmal in Dübno, צל המעלות in dritter Auflage in M.‘-Sziget 1901 erschienen. 1766 war er in Amsterdam, wo er sein עמודי בית יהודה veröffentlichte, ״mit einem Belobigungsgedichte Hartwig Wassely’s, eine Moralphilosophie, auf Gesetz und rabbinische Überlieferung begründet, mit durchgreifender Polemik gegen Platonismus und Aristotelismus, in dialogischer Form mit dem glücklichsten Humor bei aller ernsten Strenge geschrieben . .. Der Sprache und Anordnung nach [ein meisterhaftes Seitbnstück zu dem Tachkemoni Al-Charizis] ... Auf deutschem Boden hat die jüdische Poesie nie in so echtnationalem Geiste geredet. . . Die Formen der althispanischen Schule. .. prägten sich noch urkräftig aus ... in dem didaktischen Romane Amude bet Juda von J. Hurwicz.“ Das Werk fand auch die Anerkennung Mendelssohns, den Jehuda ausserordentlich schätzte. Durch ihn liess er es auch ״dem weisen gelehrten Forscher R. Hirsch“ zugehen; augenscheinlich ist dies der Berliner Gemeindesekretär Hirsch ben Arje Löb Lipschütz, Hartog Leo genannt, ein Freund der Philosophie. 1787 liess Jehuda in Poryzk (s. ö. v. Wladimar in Wolhynien) sein מחברת חיי נפש drucken und bemerkt im Vorwort, dass er von ״der Not der Zeiten“ viel umhergetrieben worden sei. Noch immer nennt er sich hier Arzt der Gemeinde Wilna. Das Werk handelt vom Fortleben der Seele nach dem Tode. Wie aus Seite 13 a hervorgeht, verstand