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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 80

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 80)
Language
German
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77 Am 14. März 1766 wurde David Sandis, ״ein Pole“, immatrikuliert, ohne dass seine Konfession angegeben wäre. Ob Sandis mit dem Namen der galizischen Stadt Sandec etwas zu schaffen hat — der aber von Juden ״Zans“ ausgesprochen wird — oder mit dem bei Juden vorkommenden Personennamen Santo oder Sante, oder mit סעדי oder סעדה, einer Abkürzung von Saadjah — das ע wird in Polen durch einen Nasallaut wiedergegeben — mag ein Kundigerer entscheiden. An Einschreibegebühr hat er nichts entrichtet. Ob er ein Jude war?1). Am 25. April 1766 wurde Jodeus (sic) Kisch aus Prag immatrikuliert. - Mit den beiden aus der Prager Familie Kisch bisher bekannt gewordenen Aerzten ist er nicht identisch2). Auch der am 26. Oktober 1768 in der medizinischen Fakultät inskribierte Jakob Felix, dessen Vater Leiser Samuel bereits verstorben war, und dessen Mutter in Rakow lebte, mag vielleicht gleichfalls gar den Katzenellenbogen angehören. Sowohl sein als auch seines Vaters Namen finden sich bei jenen wieder, und Rakow liegt nur wenige Meilen nordöstlich von Pinczow3). Am 21. November 1768 wurde Jakob Joel bei der medizinischen Fakultät inskribiert. Als sein Vater wird Joel Jakob und als seine Heimat Samter in der Provinz Posen angegeben. Ob es sich hier um ein Glied der angesehenen Familie Asch (משפחת אפר) handelt, bei der sowohl die Namen Joel und Jakob als auch das Domizil Samter genannt werden? Ein Dr. Joel, der 1804 gestorben ist, war 1792 Arzt in Berlin4). Am 3. Mai 1769 wurde Möses Lewin aus Lublin als Student der Medizin immatrikuliert. Seine Eltern werden als verstorben bezeichnet. Einschreibegebühr hat er nicht entrichtet. Er ist höchstwahrscheinlich der Lubliner Arzt Dr. Moses Levi, dessen J) Univ.-Matr. II 418, Zudz, Ges. Sehr. II 35, 72, Granwald, Mitteil. z. jüd. voiksk. xiv 99, 115, בית שמואל zu שמות אנשים 129 § אבן העזר Buchstabe סמך. a) Univ.-Matr. II 419, Jew. Enc. VII 511; vgl. Steinschneider, Die Geschichtslit. der Juden I, Frankf. a. M. 1905, S. 114, jüd. Presse, Berlin 1885, S. 311, Jew. Enc. VIII 421. 3) Univ.-Matr. II425, oben 21. Mai 1750 und die dort angeführten Quellen. 4) Univ.-Matr. II 426, Berliner, Zur Familiengeschichte Asch, Berlin 1913, S. 6, 14. Zeitschr. f. hebr. Bibliogr. XVII 146.

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