Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 244)
- Language
- German
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236 deren ja auch sein Vorgänger sich zu erfreuen hatte, lasst auch hier die Vermutung nicht von der Hand weisen, dass eine beim kurfürstlichen Hofe angesehene Persönlichkeit ihre Hand im Spiele hatte.; Die beiden Namen Wulff Benjamin führen zu der berühmten Wiener Exulantenfamilie Mirels, in welcher beide sich wiederfinden. Wolf. Sohn des R. Salomon Mirels, wurde 1698 vom Kurfürsten als Berliner Ältester ״confirmiret" und erfreute sich 1700 der Empfehlung des Hofpredigers Jablonsky. Zwei seiner Brüder wohnten nun in Posen. Ob der Studiosus am Ende ein Glied dieser Familie gewesen ist? Etwa ein Sohn des 1691 verstorbenen Berliner Gemeindevorstehers Benjamin Wolf Mirels, eines Bruders des eben Genannten R. Salomon? Aber der Stammbaum der Mirels berichtet nichts von einem solchen! Obiges wird indes um so ansprechender, wenn wir erfahren, dass in jener Zeit mehrfach Glieder der Familie Mirels-Heller in Frankfurt an der Oder blühten. Mit dem Studiosus der Medizin in Göttingen Benjamin Wolf Günzbürg hat der unsrige anscheinend nichts zu schaffen, denn jener studierte erst 1737 und stammte aus Polen* 1). Am 22. September 1702 wurde ״Samuel Simon, ein Jude, Pole aus Opatow, Doktor der jüdischen Synagoge“ immatrikuliert. Er entrichtete sechs Groschen Einschreibegebühr. In einem interessanten Briefe vom 27. Tischri (Oktober-November) 1702, den A; Freimann herausgfegeb'en hat, und der an den Studenten Isaak Walich in Halle gerichtet ist, fordert er den letzteren auf, zu ihm nach Frankfurt zu kommen, wo er sich vereinsamt fühle. Der Brief ist ein rühmliches Zeugnis des wissenschaftlichen Strebens und der Gelehrsamkeit Samuels. Ein frommer Sinn erfüllt den Schreiber. Der Stil ist das Musiv jener Zeit. Er sagt, dass er in der Heimat keinen Gleichstrebenden gefunden, ein unstillbarer Durst nach Wissen ihn fortgetrieben habe, besonders nach medizinischem Wissen, und ihn die an der Viadrina gepflegte Wissenschaft mächtig angezogen habe. Sobald er nach Frankfurt *) Univ.-Matr. II 249, Löwenstein, Blätter f. jüd. Gesch. u. Lit. IV. Mainz 1903, S. 37, 50 f., Geiger, Gesch. der Jud. in Berlin II, Berlin 1871, S. 36, 55, Zeitschr. f. d. Gesch. der Jud. in Beutschl. I 379, II 202,. Monatsschriff 1905 S. 729, Zeitung des Judentums 1862 S. 494, R. Jakob Emden, 1 שאילת יעבץ Nr. 41» Löwenstein a. a. 0. II 50.