Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 243)
- Language
- German
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235 Da bei dem am 29. Dezember 1682 inskribierte!* * Marens Esther aus Hamburg l) nicht wie es bei den ersten zwei Studenten und denen von 1695 und 1699 der Fall war, erwähnt wird, dass er seine Immatrikulation der kurfürstlichen Gnade verdanke, so ist hier zweifelhaft, ob überhaupt ein Jude gemeint ist. Auch bei dem am 19. September 1688 inskribierten Benedictas Wolf aus Halberstadt, der neun Groschen Inskriptionsgebühr zahlte, fehlt die Angabe der Konfession. Ob er mit dem jüdischen Leipziger Messbesucher aus Halberstadt Bernd Wolf, einem Zeitgenossen (1688 92), in Verbindung zu bringen ist? Der Biograph der Familie Wulff sagt, dass über die Geschichte der Glieder dieser Familie in Halberstadt *nähere Angaben fehlen2״). Am 3. Oktober 1695 wurde Salomon Liebmann aus Berlin immatrikuliert, ohne dass die Fakultät angegeben wird, in die er eintrat, *infolge besonderen kurfürstlichen Befehls unter die Studenten aufgenommen״. Diese Vergünstigung lässt vielleicht den Schluss zu, dass der Student der Familie des bekannten Jost Liebmann angehört, von dem König berichtet, dass er beim Kurfürsten Friedrich III viel Einfluss besessen habe. Spuren Salomos vermochte ich nicht aufzufinden und kann auch nicht sagen, ob er mit Salomon Liebmann oder Rabbi Scholem identisch sei, der mit seiner Frau Esther in dem handschriftlichen Namensregister der Berliner jüdischen Gemeinde aus den Jahren 1754/1813 genannt wird *). Über drei Jahre vergingen, bis wiederum ein jüdischer Musensohn sich zeigte. Am 17. Januar 1699 wurde Wulff Benjamin aus Posen, *ein Jude, aus besonderem kurfürstlichen Mandat unter die Studenten der Medizin aufgenommen״. Die hohe Vergünstigung, 9 Univ.-Matr. II 181. Unter den Hamburger Juden der damaligen Zeit fand ich keinen solchen Namen. *) Univ.-Matr. 11 206, Monatsschrift 1901 S. 484, Freudenthal, Aus der Heimat Mendelssohns S. 23. *) Univ.-Matr. II 233, König, Annalen der Juden, Berlin 1790, S. 131, Mitteilung aus dem Gesamtarchiv der deutschen Juden, Berlin d. d. 21. Febr. 1916. In den Mitteilungen über die Famüie Liebmann steht niebts aber Salomo, weder bei Lewinsky (Monatsschrift 1900 S. 372 ff.) noch Simonaen (Zeitsehr. f. hebr. Bibliogr. IX 44 ff.) noch Freund (Emanzipation der Juden in Preussen II, Berlin 1912, S. 14, wo ein Verzeichnis der Liebmannschen Familienglieder).