Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 240)
- Language
- German
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232 dein uns einiger Exempel erinnern, dass junge Leute als studiosi durch solcher verdächtige und sonderlich im Judenthum erzogener Leute Conversation in der ihnen obliegenden Pietät, Christenthums und Religion Anstoss gelitten. Im fall aber Eure Churf. Durchlaucht annoch bey gnedigsten Meinung verbleiben, seindt unterthähigst wir bereit. Euer Churf. Durchl. gnädigsten Willens Meinung gehorsamst nachzuleben, wie denn unterdessen erwähnten Juden, bis erhalten E. Churf. D. gnädigst Befehl, alle guthätigkeit offriret“ — 10. Juni 1678“ (Concept). Die Antwort des Kurfürsten lautete : -— ״So wollen Wir uns doch von obengenannten beyden Juden dergleichen nicht1), sondern vielmehr das versehen, dass wenn sie mit den Christen viel umbgehen, sie desto bessere Opinion von dem christlichen Glauben schöpfen und vielleicht durch die Gnade Gottes bekehrt werden mögen. Befehlen euch hiermit gnädigst, dieselben aldort zu recipiren und der freyheit gleich andern Studenten, geniessen zu lassen, jedoch aber auch auf ihre conversation, so sie mit einem oder andern Studioso halten möchten, fleissig acht zu haben & zu erforschen, ob sie auch zu ihrem jüdischeu Glauben etwa jemand zu persuadieren sich unterfangen, auf welchen Fall ihr uns förderlichst bericht zu Unserer ferneren Verordnung abzustatten“ — An demselben 17. Juni, an dem Tobia immatrikulirt worden ist, geschah es auch mit Gabriel. Sie zahlten gleich den meisten ihrer Commilitonen die Einschreibegebühr von neun Groschen. Aus Dankbarkeit widmeten sie ihrem kurfürstlichen Gönner eine Rolle ״ein Hauptwerk der Kalligraphie“, die eine Tafel der hebräischen Grammatik ״in Gestalt eines Baumes“ enthielt und den Schätzen der Berliner kgl. Bibliothek einverleibt ׳ist2). Nach Kaufmann konnten sie den Doktorgrad in Frankfurt nicht erwerben und zogen über Innsbruck, wo Gabriel noch 1684 Beziehungen zu Glaubens- .genossen hatte, nach Padua; nach Steinschneider ״scheinen Bekehrungsversuche und Intoleranz von Professoren ihm [Tobia] den Aufenthalt verleidet zu haben“ 3). Ihre Studien vollendeten sie in י) Dass sie Proselyten für das Judentum werben wollen. s) Revue des et, juives XVIII 294, XXXII 135, Geiger a. a. 0. *) Revue XVIII 295, Dr. Israel Konegliano Sf 31, Monatsschrift 1905 S. 596.