Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
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228 lebhaftem markantilen Verkehr mit Polen. Wurde doch bei der Gründung der Universität ihr die Stellung zugedacht, eine Lehrerin der polnischen Nation zu sein. ״Zu dem philosophischen Colleg, dem späteren Universitätsgebäude, diente. . die frühere Synagoge, jedenfalls ein Judeuhaus“ 1). Unter den 147 Universitätshörern, die hier folgen, befinden sieh vier Täuflinge, sieben, deren Zugehörigkeit zum Judentume zweifelhaft ist, einer, der nicht studirte sondern der ungestörten Druckertätigkeit halber das Immatrikulationszeugnis sich ausstellen liess, und fünf, bei denen die Möglichkeit, dass sie in Frankfurt studirt haben, auf mehr oder minder schwachem Grunde ruht, und die auch im Verzeichnisse nicht aufzufinden sind2 *). Bei der Wertung der Zahl der jüdischen Studenten muss in Rücksicht gezogen werden, dass überhaupt z. B. im Jahre 1800 nur 14 Mediziner unter 217 Studenten und 1805: 307 Inskribierle gezählt wurden 8). Von anderen Hochschulen liegen zwar — mit einer einzigen Ausnahme keine Berichte über die Anzahl der jüdischen Studenten vor, allein es darf wohl mit Recht behauptet werden, dass nur das altberühmte Padua mit seinen 249 jüdischen Doktorirten (1517—1721) Frankfurt überstrahlte 4 * * *). Nur wenige haben einer anderen als der medizinischen Fakultät angehört. 1764 liess einer als Student der Medizin und der Mathematik sich immatrikuliren, 1771 einer bei der Fakultät der schönen Wissenschaften, 1778 ein getaufter bei der juristischen, 1779 einer bei der botanischen Fakultät, 1788 einer bei der 0 Geiger, Gesch. der Jud. in Berlin II 4. Aus Posens kirchl. Verg., Jahrb. des evang. Vereins f. d. Kirchen geschickte d. Pr. Posen I, Lissa 1911, S. 14. Judenhäu&er für Unterkunft von Universitäten 8. Monatsschrift XII 419 Anna. 96. a) Rieger a. a. 0. S. 183 zählt 130, ״deren jüdische Herkunft sicher ist, halt es aber für ״nicht unwahrscheinlich, dass sich unter den ältesten Eintragungen noch weitere jüdische Namen verbergen, dass also die genannte Gesamtzahl erhöht werden muss*. 8) Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Halle 1910, S. 41, 72 Anm. 1. 4) Jew. Enc. IX 460; vgl. Monatsschrift XXXIX 475. In Heidelberg waren von 1724 bis 1807 zwanzig Juden immatrikuliert (Rieger a. a. 0.). Nach Kaufmann, ges. Sehr. HI 297, ist Benjamin Levi Buxbaum als Heidelberger Musensohn nachzutragen, der nach seiner eigenen Angabe dort vor 1669 studiert hat