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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 235

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 235)
Language
German
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227 ihnen kein Jude in Frankfurt studirt hat. Am diesem Grunde dürfen Studenten mit jüdischen Namen aus früheren Epochen der Universität ebensowenig als Juden angesprochen werden wie die obengenannten Kohn und Bloch, z. B. Salomon Bah, ein Buchhändler aus Stuttgart, der 1614 immatrikulirt wurde1 2), Salomon Aurbach aus Meissen, ein Buchdruckergesell, der 1622 inskrihirt worden ist י), Daniel Helman (1648), Jacob Helman und Elias Helman (1649) sowie Benjamin Helmann (1652), sämtlich aus Meseritz 3), Michael Salomon aus Glogau (1659) 4). Tobias Bericht ist von anderen Historikern trotz Geigers Einwurf nicht angefochten worden5). Nicht nur für Israels Musensöhne bedeutete des grossen Kurfürsten Regierungszeit ein verheissungsvolles Frührot, ein Frankfurter Chronist preist sie auch als den *glücklichsten Zeitpunkt für hiesige Universität6 ״). Im allgemeinen kann gesagt werden, dass die jüdischen Studenten ihrer alma mater Ehre gemacht haben. Nicht nur, dass viele als bedeutende Arzte sich bekannt gemacht haben, manche von ihnen pflückten auch auf den Gefilden jüdischer Wissen- Schaft reiche Früchte. Ein grosser Teil stammte aus dem benaehbarten Polen, dessen Universität Erakau ihnen verschlossen blieb, und brachte aus den dortigen Lehrstätten Kenntnisse und regen wissenschaftlichen Sinn mit. Durch die Messe stand Frankfurt in J) Universitäts-Matrikel von Frankfurt ah der Oder ed. Friedländer I Leipzig 1888, S. 585. Über Juden im damaligen Stuttgart s. Jew. Ene. XI 574, Kaufmann, ges. Sehr. I 188, III 589. 2) Univ.-Matr. I 659. Über Meissen ▼gl. Mitteil, der Gesellseh. f. jnd. Volksk. IX 50. Juden gab es damals nicht in M., ▼gl. Levy, Gesch. der Juden in Sachsen, Berlin 1901, S. 34, 42 f. s) Univ.-Matr. II 1, 61, 7§9. Sie sind allesamt christlich, s. Zeitschr. f. Gesch. und Landesk. d. Pr. Posen I 21, 26, 39, 46 u. ö. 4) Univ.-Matr. II 124. Von den 1694 immatrikulierten Simon Abraham Lehmannus und dem 1749 immatrikulierten Elias Falkenhahn, beide aus Meseritz, sagt Landsberger (Jahrbuch d. jüd.-lit. Gesellsch. X 365 Am». 5). dass sie möglicherweise als Juden in Betracht kämen. Sie sind aber Christen, vgl. Sarg a. a. 0. S. 11, 30, 48, 51, 63. 5) Vgl. Graetz, Gesch. d. Juden X, erste bis dritte Aufl. Kap. 8, Bloch, Im deutschen Reich I 168, Brann, Gesch. d. Juden 11. ihrer Lit. 11 376. 6) Hausen, Gesch. d. Stadt u. Univ. Frankf. a. 0., Frankf. a. 0.1800, S. 16.

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