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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 228

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 228)
Language
German
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ttedizinalweseng — einen scharfen Verweis, und nicht besser erging es ihr, als einige jüdische Chirurgen ihre Examina daselbst ablegteu. Erst unter Leopold II. (1790—92) erreichten die Juden das Recht auf Erlangung der Doktorwürde 1 * *). Auch in Brandenburg-Preussen waT der Widerwärtigkeiten kein Ende. 1693 bedurfte der Berliner Arzt Löbel für die Behändlung von Christen, trotzdem er ״wegen seiner Geschicklichkeit in grossem Ansehen stand4‘, der ausdrücklichen Genehmigung des Kurfürsten. Das Berliner Generalreglement von 1700 bestimmte, dass Christen einen jüdischen Arzt nur nach besonderer Erlaubnis gebrauchen durften2 *). Friedrich Wilhelm I. soll im Medizinaledikt vom 27. September 1725 Juden die ärztliche Praxis untersagt haben, nach anderen hat er Juden, die kein Diplom besassen, das Praktizieren untersagt8). 1730 und 1735 wurde Hallenser jüdischen Studenten die königliche Erlaubnis zur Promotion nur unter der Bedingung erteilt, dass sie im preussischen Lande nicht praktizieren. 1745 erschien in Frankfurt [an der Oder?] bei Johann Helfrich Pfeil ein Buch, das die Unwissenheit der jüdischen Aerzte darlegte. Das Generalreglement für die preussischen Juden von 1750 setzte für Matrikel und Promotion der Juden an den Universitäten höhere, für das Studium am Obercollegium medicum doppelte Gebühren fest4). Die jüdischen Generaldeputierten Preussens richteten am 17. Mai 1787 an die königliche zur Reform des Judenwesens verordnete Kommission eine Petition, in der sie auf die Benefizien llinwies, die zur Förderung der Chirurgie und der Universitätslaufbahn gewährt wurden, von denen aber Juden ausgeschlossen waren5). ״Noch im Dezember 1793 parierte der Minister Wöllnef einen J) Monatsschrift f. Gesch. u. Wiss. des Judent. LXII 219 f., XIV 476, Weber, die Leidensgesch. d. Jud. in Böhmen, Prag [1896], S. 71. *) Geiger. Gesch. der Juden in Berlin I, Berlin 1871, S. 26, Davidsohn, Beitr. z. Sozial- und Wirtschaftsgesch. der Berliner Juden vor d. Emanzip., Berlin 1920, S. 57. *) Landau a. a. 0., Jewish Encyclopedia VIII 419. König, Annalen der Juden, Berlin 1790, S. 249 ff. berichtet in seiner Darstellung der Beziehungen dieses Königs zu den Juden nichts hiervon, ebensowenig Geiger in seiner Geschichte der Juden in Berlin. 4) Freudenthal, Aus der Heimat Mendelssohns, Berlin 1900,8. 179 Anm. 1, Jew. Enc. a. a. 0., Im deutschen Reich XVIII, Berlin 1912, S. 418. ף Monatsschrift 1913 S. 89.

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