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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 227

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 227)
Language
German
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219 Aerzte wandten sich in gleicher Weise gegen die Juden.“ Ein gewisser Johann Heinrich Schütte führte gar den ״dreyfaehen Beweis, dass die Promotion eines Juden zum Doktorn der Medicinen gegen die Christliche Religion“ sei (Frankfurt und Leipzig 1745) *). Unter der Herrschaft des Zopfes wurde 1733 in den ״Niedersächsischen Nachrichten“ ernstlich die Frage erwogen, ob Christen einen jüdischen Arzt konsultieren dürfen, und 1730 beschwerte sich das Hamburger geistliche Ministerium darüber beim Senate, dass ,,die jüdischen Bademütter ein Aushängeschild4* haben und ״Entbindungen von Christenmädchen44 vornehmen. Aber bereits 1657 ,,schärfte das lutherische Ministerium der christlichen Bevölkerung in Frankfurt am Main ein sich von keinem jüdischen Arzte behandeln zu lassen. Behörden wie das lutherische Ministerium und die Stadtmedici richteten mit leidenschaftlichem Eifer ihre Angriffe gegen die jüdischen Aerzte44. Ein christlicher Historiker stellt freilich fest, dass es scheine, ״dass auch weltliche Interessen berücksichtigt wurden44 2). Uni 1749 erliess Maria Theresia das Dekret : ״Nur allein wollen Ihre k. k. Majestät nach dem Beispiele Dero glorwürdigsten Vorfahren die Acatholicos von dem Gradu ausgeschlossen haben, als welche nach der alten hergebrachten Verfassung keine Membra Universitatis sein können, noch auch sonst allhier practiciren dürfen, wenn sie nicht mit einem besonderen landesflirstlichen Protectionali, welches aber Allerhöchst Dieselbe ausser gar wichtigen Ursachen nicht leicht erteilen werden, sich unterstützt befinden 44 Als 1765 die medicinische Fakultät zu Prag einer Jüdin das Diplom als Hebamme für jüdische Frauen erteilte, erhielt sie von v. Swieten — dem Reformator des österreichischen ף Isr. Monatsschrift a. a. ()., Granwald a. a. 0. Xll 61 f., Horovitz, jiid. Aerzte in Frankfurt a. M., Frkft. a. M. 1886, S. 27, 29, Zeitschr. f. hehr. Bibliogr. XVIIt 78. liei Horovitz S. 38 heisst es: 1757 erschien eine Schrift (״Aufrichtung und nnpartheiische Prüfung des dreifachen Beweises“ u. s. w.) die nichts Geringeres nach weisen wollte, als dass die Verleihung der Doetorwürde an einen Juden gegen die christliche Religion und gegen alle ״Christliehe Ehrbarkeit streite“, und dass daher die jüdischen Aerzte ״schädlich“ und nicht z!1 dulden seien. Zur Stellung der Päbste in dieser Frage ira 16. Jahrhundert vgl. Zeitung des Judentums 1862 S. 756. 2) Landau, Gesch. der#jüd. Aerzte, Berlin 1895, S. 120, Bremer Sonntagsblatt 1860 Nr. 19.

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