Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 213)
- Language
- German
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205 Ausführung nur ein ״weil" nach sich haben könne; ein דהא in der Bedeutung ״dass", fiele unter אשר und dieses unter אם. Auf diesem letzten Standpunkt steht Rasehi aber selbst nur in R. hasehana, Taanith und seinem Pentateuchkommentar, ln Uittin ist er zu einer anderen Ansicht gekommen, wie wir bereits ausgeführt, und erklärt דהא als identisch mit אשר. — Auch Tossafoth in R. Hasehana wundern sich einigermassen über Raschis Annahme, dass דהא nicht auch hinter אשר (ויתראו =־=) ויראו sein könne. — ln Gittin 90a treten über den erforderlichen Grund zu einer Ehescheidung drei verschiedene Ansichten in der Miscbna auf. Die Schule Schammais erklärt das Vorliegen einer ehelichen Untreue (ערות דבר) seitens der Frau als Voraussetzung. Der Schule Hilleis erscheint jede Ausstellung, die der Gatte an ihr zu machen hat (אפילו הקדיחה תבשילו), genügend. R. Akiha endlich würde sogar den Umstand, dass er eine schönere Frau als seine gefunden, als ausreichende Ursache betrachten, seine Frau zu entlassen. 111 der Gemara wird die Differenz der Mischnalehrer ans ihrer verschiedenen Auffassung des כי in dem Schriftvers יכי יקח איש אשה ובעלה) והיה אם לא תמצא הן בעיניו בי מצא בח ערות דבר וכתב לד. ספר כריתות abgeleitet. Schammais (und demgemäss auch Hillels) Schule fasst das בי im Sinne von ״) דהאweil" oder ״indem״) auf. Akiha übersetzt es mit ״) אםwenn״), so dass es dem vorausgehenden אם koordiniert ist. — Es ist also etwa zu übersetzen : ״Wenn sie keine Gunst (mehr) bei ihm findet (oder) wenn er bei ihr eine unzüchtige Tat findet1 ״). — 111 Sch’buoth 49b will R. Ami unter Hinweis auf R. Lakisehs Ausspruch aus dem כי des Verses או נפש כי תשבע לבטע בשפתים nachweisen, dass der ״Schwur des Ausspruchesשבועת ביטוי! ״) nur auf freier Entsehliessung einer Person beruhen, nicht aber vom Richter ו) Dieses parallele Nebeneinanderstehen von □א und כי (== wenn) häufiger, wie z. B. Num. 5, 19-20; Ex. 21, 2 ff. Nach Lippmann Heller z. St. deutet R. Akiha das אי ־ כי mit ״oder“, welche Bedeutung אי an sieh ja auch hat; diese Deutung im Kreise der 4 Worte des R. Lakiseh wird aber von keinem anderen übernommen. Dass אי) אם) durch syntaktische Weiterbildung gelegentlich ״oder* bedeuten kann, erhellt z. B. aus Gen. 37, b. Das ist aber nicht seine primäre Bedeutung.