Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 200)
- Language
- German
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192 aramäische, oder besser talmudiscbe, כי herauziehen, so würde sich die Zahl der Auslegungen noch vermehren1). Der meisterhafte, bei talmudischen Aussprüchen allerdings nicht ungewohnte, Lapidarstil der wenigen Worte des R. Lakisch ist so präzis, dass ihr richtiges Verständnis einige Schwierigkeit bereitet. Er stellt seine Regel als eine ganz selbstverständliche hin, an der nicht zu rütteln, und der Talmud übernimmt sie wie ein Dogma; nirgends entsteht ein Widerspruch gegen sie. Wir dürfen daher die Deutung des R. Lakisch recht wohl nicht nur als die seinige allein, sondern auch als die von ihm Widerspruchslos übernommene aller Talmudautoritäten, mit einem Worte als die des Talmuds selbst ansprechen. Wenn ich es hier unternehme, einen Versuch der Klarlegung zu machen, so geschieht es zugleich in Ausführung eines mir gegenüber ausgesprochenen Wunsches des Prof. A. Berliner 8. A. 2) An vier Stellen wird Resch Lakischs Ausspruch im Talmud zitiert, R. Haschana 3 a, Taanith 9 a, Gittin 90 a, Sch'buoth 49 b. Wir führen die betrr. Stellen an, mit den Erklärungen Raschis und der Tossafoth, und haben hier Gelegenheit zu beobachten, wie die Ansichten über R. L's Auslegung auseinandergehen oder schwanken. R. Haschana 3 a מה שמועה (Num. 21,1) וישמע הכנעני מלך ערד שמע שמע שמת אהרן־ ונסתלקו ענני כבוד וכסבור ניתנה רשות להלחם בישראל ואמר רבי אבהו אל (ib. 20,29) והיינו דכתיב ויראו כל העדה כי גוע אהרן תקרי ויראו אלא וייראו כדריש לקיש דאמר ר׳ל כי משמש בד׳ לשונות אי דלמא אלא דהאן Raschi: אלא וייראו. נתגלו; כדריש לקיש. כי נוע נתינת טעם הוא לדבר שלפניו נתגלה העדה לפי שנוע אהרן שלשון כי בד׳ לשונות משמע במקרא 9 Als Vergleichungspartikel כי האי ן־ןיא; oder als Einleitung einer verneinenden Frage וכי יש טבילה בחמין (Berachoth 22 a); diese Bedeutung entspricht übrigens etwa derjenigen des דלמא• 2) Vgl. dessen ״Beiträge zur hebr. Grammatik im Talmud und Midrasch“ S. 53 u. S. 54 n. 1. Wenn Berliner hier schreibt ״eine Zusammenstellung u. exegetische Behandlung aller hierbei (= Aruch s. v. או) angezogenen Schriftstellen würden lehrreiche Resultate für die Schriftauslegung ergeben“, so geht er von der irrigen Annahme aus, die Hinweise des Aruch gingen auf dort behandelte Bibelstellen. Tatsächlich richten sich die Hinweise, mit nur einer oder zwei Ausnahmen, nur auf den talmudischen, nicht biblischen, Sprach^ gebrauch des □אי) א); dasselbe gilt für die Hinweise des Aruch s. v. יכי