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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 187

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 187)
Language
German
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170 Tadel nicht anscbliessen wollte und lieber dem Worte נשיאים eine andere Bedeutung beigelegt hat. Mir will jedoch scheinen, dass unsere Gemara dem Worte נשיאים eine Doppelbedeutung zuerkannte: es bedeutet wohl ״Fürsten“, hat aber auch die Nebenbedeutung ״Wolken“. Denn es ist auffallend, dass für die Bedeutung ״Wolken“ die Belegstelle aus Mischle beigebracht wird, während doch der Vers מעלה נשיאים aus Ps. 135, 7 näher gelegen wäre. Darum scheint mir, es wurde absichtlich diese Belegstelle gewählt, weil damit gleichzeitig auf den Schlußsatz des Verses איש מתהלל במתת שקר hingewiesen werden sollte. In einer Handschrift im דקדוקי סופרים wird auch in der Tat der ganze Vers angeführt. Damit wird ein versteckter Tadel gegen die Fürsten erhoben. Der Sinn des Verses ist nämlich: Ein Mensch, der mit trügerischem Geschenk prahlt, gleicht Wolken und Wind, denen kein erfrischender Regen folgt. Dass die Gabe der נשיאים als מתת שקר bezeichnet wird, hat folgenden Grund: Von den wahrhaft fürstlichen Schätzen, die der König David für den Bau des Heiligtums bereit gestellt hatte, bemerkt er in seiner Demut und Bescheidenheit vor Gott: כי ממך הכל ומידך נתנו לך ״Von dir kommt ja alles und von deiner Hand geben wir dir wieder“. 1. Chr. 29, 14 Er will damit sein Verdienst und den Wert seiner Gabe verkleinern und herabdrücken. Hier bandelt es sich um Güter, die sein Eigentum waren, die er auf natürliche Weise erworben hatte. Um wie viel mehr wird das Verdienst der Schenkung herabgedrückt bei Gütern, die dem Menschen durch direkte himmlische Einwirkung, durch ein offenkundiges Wunder geradezu in den Schoss gefallen sind! Wenn er diese für glitt* liehe Zwecke, zum Schmuck des Heiligtums verwendet, so ist das nicht besonders rühmenswert; denn er bat damit kein grosses Opfer gebracht. Es ist ihm ja ohne Mühe und Anstrengung zu* gefallen. Auch von solchen Leistungen gilt das Wort der Weisen: ״ לפום צערא אנראNach der Grösse der Überwindung und des Opfers, das der Mensch sich abringt, wird der Lohn bemessen“. Ausserdem sollen nach der Lehre der Weisen (Tanith 24 a und b) *מעש נסים möglichst nur für heilige Zwecke verwendet werden, sodass ein solches Geschenk nicht als eigentliche מתנה angesehen werden kann.

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