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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 175

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 175)
Language
German
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IRI
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16? Daniel und ausführlicher 3. M. 19, 16 erklärt Raschi .diese Redensart also : ln alter Zeit war es Sitte, einem Menschen, der eine Anschuldigung hinterbrachte, einen Imbiss zu reichen, den er zur Bekräftigung seiner Worte zu sich nahm. Er machte sich damit anheischig, seine Anschuldigung zu beweisen.* Aus dieser Sitte erklärt sich die Redensart אבל קרצין, denn קרץ bedeutet ״zusammenkneifen“ z. B. der Lippen (Mischle 16,30) oder ״Zwinkern“ Mt den Augen (das. 6, 13) wie es die Zwischenträger und Verleumder zu tun pflegen. אכל קרצץ heisst daher, mit solchen Geberden das Essen begleiten. Ramban in seinem Kommentar zu 3 M. 19, 16 gebraucht hier, gegen seine sonstige Gewohnheit, in Bezug auf Raschis Erklärung ganz scharfe Worte und sagt ״ ..אין לזח מעם וריחSchwört man denn“ — so schreibt er — ״einem Verleumder, dass man seinen Worten Glauben schenke oder gibt man ihm dafür Beweise des Vertrauens? Welchen Zwe<pk hatte also dieses Essen? Nebnkadnezar hat doch auf Grund des eigenen Eingeständnisses der Frommen, sc. Chananja, Mischael und Asarja, gehandelt. Er hat den Angebern kein Essen angeboten und keinen Eid geleistet, er hat ihnen auch nicht geglaubt, sondern erst gefragt: Isfs richtig Schadrach, Meschach, Abed Nego u. s. w.? Darias hat gar den Anklägern des Daniel Wermut und Gifttrank gereicht, und dennoch heisst es von ihnen אכלו קרצוהי דתיאל• Und selbst wenn in alter Zeit ein solches Verfahren üblich gewesen wäre, zu welchem Zweck erwähnt Onkelos einen solchen törichten Brauch, der für unsere Stelle von keinerlei Belang ist?ttl) Man muss sich nur wundern, dass Ramban, der uns durch so viele feinsinnige Erklärungen seine Meisterschaft auch in sprachliehen Dingen zu erkennen gibt, hier solche Ein wände geg׳m Raschi erhebt. Zunächst versteht man niebt, wen er mit dem ersteh Einwand : ״dass man dem Verleumder nicht zu schwören pflegt, man schenke seinen Worten Glauben; dass Nebukadnezar keinen Eid geleistet hat u. s. w.a treffen will. Wo hat denn *) Die dort in unseren Ausgaben stehenden Worte ובביברנצר בחזראת הצריקיב! עשה מה שעשה להאכילם למלשינם »md fehlerhaft; es muss heissen; בהוראת הצדיקים ... לא האכיל למלשיניהם• wie mein Soh« m« mhte»1t, steht es auch so in einer hiesigen Handschrift. Möglich ist auch mit Bezog auf das dort folgende Zitat בהצדאת s*• בהוראת zu lesen.

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