Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 173)
- Language
- German
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165 zeichnet werden] Zar Verdeutlichung wähle ich ein Beispiel statt vieler. Gittin 20 a steht in der Mischna שנאמר וכתב לה לשמה.. ,Darauf fragt die Gemara ״ והא בי נודב לה אתורף הוא דכתיבdas לה bezieht sich doch nur auf den Hauptinhalt des Get und nicht auf das Formular, auf den טופס. Wie kannst du also sagen שנאמר? Darauf die Antwort: ״ אלא אימא משום שנאמר לה לשמהsondern sage: deshalb weil לה geschrieben steht.“ Wir sehen also: Durch den Zusatz משום gewinnt der Satz eine andere Bedeutung. Nicht direkt aus dem Bibelvers ist zu entnehmen, dass auch das מומם gänzlich לשמה geschrieben werden muss, sondern deshalb, weil es für den תורף von der Thora verlangt wird, wurde es מדרבנן auch auf den טופס übertragen. Diese indirekte Beziehung wird durch משום ausgedrückt. An unserer Stelle steht ebenfalls משום בנין ביהמ״ק und nicht etwa ובבנץ ביהמ״ק; daraus ergibt sich schon, dass der erwähnte Bibelvers nicht von dem Bau des eigentlichen Mikdasch handelt, sondern von einem Bau, der mit dem Bau des Mikdasch zusammenhängt und zu ihm in Beziehung steht. Das trifft auf die Stadtraauer von Jerusalem zu, wie wir sogleich sehen werden. Aus Schebuoth 16 a geht hervor, dass erst die Vollendung der Mauer der Stadt Jerusalem denjenigen Grad von Heiligkeit verlieh, der notwendig war, 11m daselbst die leichteren Opfer, קדשים קלין, gemessen zu dürfen. Es ,gehörte das gewissermassen zur Ausgestaltung und Vollendung des בית המקדש. Dieser Gedanke wird auch ausgedrückt mit den Worten: משום ״ בנין ביהמ״קwegen einer Sache, die den Ban des Heiligtums berührt“ nämlich die Umwallung der h. Stadt mit einer Mauer, die nicht nur zur Sicherung gegen äussere Feinde, sondern auch wegen des Heiligtums und des Opferdienstes aufgeführt werden musste. Man hätte meinen können, dass deswegen die Vorschrift אין במין את המקדש בלילה auch für die Stadtmauer. Jerusalems gelten müsse. Dies ist jedoch unrichtig; denn sie bezieht sieh nur au! den eigentlichen Tempel: וביום הקים את המשכן, עיין שבועות ט-ו. Die Gemara fragt daher mit Recht, wie kann man aus dem dortigen Verse (Nehemia 4, 15) herauslernen, dass die gesetzliche Nachtzeit mit dem Sichtbarwerden der Sterne beginnt. Es könnte doch sein, dass die Nacht mit Sonnenuntergang anfängt und dass nur wegen