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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 172

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 172)
Language
German
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IRI
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164 es im Buche Esra, d. h. Nehemia 4, 15: [Die Gemara benennt, auch dieses Buch mit dem Namen Esra, vgl. Sanhedrin 93 b] ״Wir beschäftigten uns mit der Arbeit von der Morgendämmerung bis zum Hervortreten der Sterne“. Was Keseph Mischne hier behauptet, ißt sehr auffallend. Die Stelle in Nehemia spricht gar nicht vom Bau des Tempels, dieser war bereits erbaut. Die angeführten Worte beziehen sich vielmehr auf den Bau der Stadtmauer Jerusalems. Aber selbst wenn es dort auch ausdrücklich vom Tempel gesagt wäre, müsste man noch immer fragen, aus welcher Talmudstelle Rambam diesen Din ableitet, da er doch bekanntlich keinen Din bringt, der nicht im talmudischen Schrifttum ausdrücklich steht, es sei denn in Ausnahmefällen, wo er יראה לי hinzufügt. Eine Lesart der bekannten Münchner Handschrift hat mich, wie ich glaube, auf die rechte Spur geführt. Gleich auf der zweiten Seite in Berachoth bringt die Gemara den vorhin bezeichneten Vers aus Nehemia, um aus ihm zu beweisen, dass im Sinne der Thora die Nachtzeit mit dem Hervortreten der Sterne beginnt. Dagegen wird dort der Einwurf gemacht: וכי ״ תימא מכי ערבי וכרman könnte doch sagen, die Nacht beginnt schon mit Sonnenuntergang, jene haben jedoch auch zur Nachtzeit noch gearbeitet.“ Die Münchner Handschrift hat an dieser Stelle die LA: ״ .... ומשום בנין ביהמ״ק מקדמי ומחשכיwegen des Bauens am Mikdasch haben sie auch zur Nachtzeit gearbeitet.“ Diese LA erscheint doppelt auffallend. Zunächst muss die bereits oben erwähnte Frage auf den Keseph Mischne auch hier geltend gemacht werden: der betreffende Vers spricht doch gar nicht vom Bau des Mikdasch? Sodann muss man fragen: nach der Annahme, dass mit Sonnenuntergang schon Nacht sei, darf doch darüber hinaus nicht mehr gearbeitet werden, denn der Bau des Mikdasch muss doch bei Nacht unterbleiben, wie Rambam gleich anfangs dieser Stelle aus Schebuoth 15 b zitiert? Eine Lösung und Erklärung dieser Schwierigkeiten ergibt sich, wenn wir den Wortlaut משום בנין ביה״מק in seiner wahren Bedeutung erfassen. Überall oder doch in den weitaus meisten Fällen, wo das Wort משום gebraucht wird, soll damit keine direkte, sondern eine indirekte Verknüpfung be-

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