Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 168)
- Language
- German
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160 Andererseits ist wieder zu bedenken, dass die Stelle in Nidda 8 b בתולת קרקע נפקא מינה לנחל איתן ganz entschieden für Rasehis Auffassung spricht. Denn dort wird doch ausdrücklich gesagt, dass für עגלה ערופה ein jungfräulicher, gewachsener, noch nie aufgegrabener Erdboden aufgesucht werden muss. Zum Ausgleich dieser beiden Stellen ist die Gemara Pesachim 58 a heranzuziehen. Dort heisst es: סימן לנחלים קנים נפקא מינה ״ לנחל איתןFür נחל ist der Rohrwuchs charakteristisch.“ Die Gemara spricht hier von einem Tal, in welchem augenblicklich kein Wasser fliesst; das vorhandene Rohr jedoch ist ein sicheres Merkmal dafür, dass zeitweise — in der Regenzeit — sich dort Wasser ansammelt Das ist der Fall bei den sogenannten Giessbächen, die von den Bergen in felsige Täler herabstürzen. Diese vereinigen in sich die beiden Merkmale, welche, Raschi bezw. Rambam für נתל איתן angeben: einerseits קשה שלא נעבד — in der Trockenzeit — andererseits נחל השוטף בחוקה — in der Regenzeit —. Ebenso sind hier die beiden Merkmale zu finden, welche die Gemara angibt: בתולת קרקע und קנים. LXXXIV. Die Mischna in Sabbath 73 a zählt die neununddreissig אבות מלאכות der Reihe nach auf. Zunächst elf Arbeiten, die bei der Brotbereitung notwendig sind — vom Säen bis zum Backen. Sodann dreizehn Arbeiten, die zur Herstellung der menschlichen Kleidung — vom Scheeren der Schafe bis zum Nähen — erforderlich sind. Ferner sieben Arbeiten, die bei der Bearbeitung des Leders, resp. des Schuhwerks, in Betracht kommen. Zu* 9 sammen einunddreissig מלאכות, die zur Bereitung von לחם לאכול ובנד ללבוש nötig sind. Die noch auBStehenden acht verteilen sich auf Schreiben, Bauen, Feuermachen, die bei den vorhergehenden nicht unfergebracht werden konnten. Als No. 36 und 37 wird ״ המכבד* והמבעירwer auslöscht und anzündet“ angeführt. Die natürliche Reihenfolge wäre המבעיר והמכבה; und Tossafeth z. St. finden es auffallend, dass die Gemara hier nicht ebenfalls die Frage wegen der unrichtigen Reihenfolge stellt, wie sie es oben bei זורע וחורש getan hat. Was Tossafoth darauf antworten, trifft nicht den Kern der Frage; denn wir sehen doch, dass